19. Januar

F/Japan 1959
Regie: Alain Resnais
86 Min., 35mm, DF
Mit Emmanuelle Riva, Eiji Okada, Stella Dassas, Bernard Fresson u.a.

Hiroshima, 1957: Eine junge Französin dreht in Hiroshima einen Antikriegsfilm. Ein paar Stunden vor ihrer Rückreise nach Frankreich beginnt sie eine leidenschaftliche Affäre mit einem japanischen Architekten. Der Geliebte ruft bei der Französin schmerzliche Erinnerungen wach, an ihre tragische Liebe zu einem deutschen Soldaten während des Zweiten Weltkriegs. Die beiden verlieren und finden einander immer wieder, in Straßen, Bars, Wartesälen. Die letzten Stunden werden für sie zu einer „tour de force“.

In glasklaren Schwarzweißbildern komponiert Resnais die befremdliche Landschaft eines traumatisierten Bewusstseins. Was Sciencefiction-Filme als postapokalyptisches Szenarien entworfen haben, ist hier Gegenwart. Die Menschen empfinden sich darin wie traumwandelnde, beinahe gespenstische Wesen und wehren sich verzweifelt dagegen. Mit den Gesten von Liebenden erheben sie Einspruch gegen den Bann. Mit einem plötzlichen Auflachen wollen sie den ganzen Spuk wegwischen: Ich bin’s wirklich!. Das sind die großen Augenblicke, in denen Emmanuelle Rivas Schönheit aufstrahlt und zur Verheißung wird.“ Rainer Gansera

Emmanuelle Riva ist vor genau einem Jahr mit 86 Jahren in Paris verstorben. Wir nehmen auch diesen Todestag zum Anlass, euch ihren erfolgreichsten und sicherlich schönsten Film präsentieren zu dürfen.

Trailer