05. Januar

D 1999
Regie: Veit Helmer
92 Min., 35mm
Mit Denis Lavant, Chulpan Khamatova, Philippe Clay, Catalina Murgea u.a.

Die Kunst des Schwimmens war in früheren Zeiten ein ernsthafte Angelegenheit. Ehrwürdige Bademeister mit einem eisernen Regiment achteten streng auf die Einhaltung der Badeordnung. Dafür waren die Hallenbäder wahre Prachtbauten, in denen man gesittet seine Bahnen ziehen konnte.

Veit Helmers Debütfilm „Tuvalu“ spielt in einem solchen altehrwürdigen Bad. Doch von der Pracht früher Zeiten ist wenig übrig geblieben. Oder anders gesagt: es ist äußerst baufällig. Und demenstprechend schwach besucht. Aber Anton traut sich nicht, seinen blinden Vater zu enttäuschen. Ist der doch mit Leib und Seele Bademeister. So täuscht Anton mit der Kassiererin Martha einen lebhaften Badebetrieb vor. Der Vater ist glücklich, wenn er in das vermeintliche Chaos mit seiner unvermeidlichen Trillerpfeife Recht und Ordnung schaffen kann.
Doch die Baupolizei setzt dieser Idylle eine Frist. Das Bad muss moderner werden. Während Anton zusammen mit Martha das Bad über Wasser halten will, versucht sein Bruder dies zu verhindern. Zugleich verliebt sich Anton in Eva, die ein Teil der Heizmaschine des Bades braucht, um mit ihrem geerbten Schiff nach Tuvalu reisen zu können.

Veit Helmers Kino ist kindlich. Mit Schwarzweiß-Bildern, eingefärbt nach allen Regeln der Kunst, als trage der Zuschauer Zauberbrillen. […] Bevölkert sind diese Bilder mit Sonderlingen und Spinnern, mit Denis Lavant als Anton, jenem französischen Schauspieler mit dem ängstlich staunenden Blick, mit Chulpan Hamatova als Eva, deren Augen sich noch weiter runden, und mit Komödianten aus halb Europa in den skurrilen Nebenrollen.“ Berliner Tagesspiegel

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