16. Februar

OT: The Assassination of Jesse James by the Coward Robert Ford
USA 2007
Regie: Andrew Dominik
160 Min., 35mm, DF
Mit Casey Affleck, Brad Pitt, Sam Rockwell, Mary-Louise Parker u. a.
Musik: Warren Ellis und Nick Cave

Schon zu Lebzeiten galt Jesse James als eine Legende. Durch Zeitungsberichte und Abenteuerromane wurde der Bankräuber zu einer Art Robin Hood des Wilden Westens verklärt. Der knapp 15 Jahre jüngere Robert Ford wuchs mit diesen Geschichten um die vermeintlichen Heldentaten der James-Bande auf. Nichts sehnlicher wünscht er sich, als der Bande beizutreten und seinem Vorbild möglichst nah zu sein. Doch zum Ende seiner Banditenkarriere ist nicht mehr viel übrig von dem heldenhaften Jesse James. Gesundheitlich und seelisch angeschlagen vermutet er überall Verrat, nur langsam lässt er den Neuankömmling in seinen engeren Kreis.

Der in kalten, gedeckten Farben eindrucksvoll fotografierte Film rückt den Mörder ins Zentrum und erzählt vom Fan, der auch Star sein möchte, und dessen unerwiderte Liebe sich ins Gegenteil verkehrt. Der Spätwestern entfaltet sich als Drama der Entschleunigung und der Desillusionierung, das der Mediengesellschaft Widerstand entgegensetzt; als lyrische Betrachtung von Star-Ruhm und Glamour betreibt der Film zudem die Entmythisierung der historischen Figur Jesse James und entfaltet dabei selbst mythisches Potenzial.“ Lexikon des Internationalen Films

Andrew Dominik’s magical feature will surely feature as one of the most wrongly neglected masterpieces of its era. Visually rich, dramatically mournful, and thematically existential, this was quite the best film of 2007…Beautifully shot by Roger Deakins, it boasts languid compositions that echo the finest works of Terrence Malick and Sam Peckinpah.The Guardian

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