23. Februar

OT: The Three Burials of Melquiades Estrada
USA/F 2005
Regie: Tommy Lee Jones
117 Min., Blu-Ray, OmU
Mit Tommy Lee Jones, Barry Pepper, Julio César Cedillo, Dwight Yoakam, January Jones, Melissa Leo u.a.

Ein Western, der das klassische Vergeltungsthema einmal anders verhandelt: als Meditation über Freundschaft und Einsamkeit; mit einem Aufgebot an skurrilen Charakteren; in verschachtelten Episoden und Rückblenden; mit makabrem Humor. Das Skript stammt von Guillermo Arriaga („Amores Perros“, „21 Gramm“). Auftraggeber Tommy Lee Jones führte Regie und spielte eine Hauptrolle.
Irgendwo im westlichen Texas nahe der mexikanischen Grenze: Der junge Rancharbeiter Melquiades Estrada (Cedillo) wird von dem unbeherrschten Grenzpolizisten Mike Norton (Pepper) versehentlich erschossen und klammheimlich in der Wüste verscharrt. Nachdem der Leichnam aufgefunden und in ein Armengrab umgebettet wurde, gilt der Fall als erledigt, da es der zuständige Polizeichef für unnötig befindet, dem Tod eines „Illegalen“ weiter nachzugehen. Aber sie haben die Rechnung ohne Pete Perkins (Jones) gemacht, Melquiades‘ älteren Arbeitskollegen und besten Freund. Pete kidnappt Norton und zwingt ihn, mit ihm zu Pferde aufzubrechen, um Melquiades in dessen Geburtsort jenseits der Grenze ein angemessenes Begräbnis zukommen zu lassen. Bis dahin folgen allerdings noch allerhand kuriose bis lebensgefährliche Begegnungen. Außerdem ist ihnen die Polizei dicht auf den Fersen.

In „The Three Burials“ wird etwa so viel geredet wird wie in einem Cormac-McCarthy-Roman – nicht viel also. Jones verzichtet auf den üblichen Bullshit zwischen Lonesome-Wolf-Neocon und Macho-Männerfreundschaft. Wenn Pete seinen toten Freund mit Frostschutzmittel abfüllt, um ihn zu konservieren, oder ihm liebevoll die Haare kämmt, beginnt man zu verstehen, dass Jones vielmehr die alte Vater-Sohn-Geschichte neu erfindet – auf ungewohntem Terrain. Dieses Mexiko hat sich seine Schönheit bewahrt, weil Jones seine Widersprüche nie aufzulösen versucht.“ Andreas Busche, taz

Ausgezeichnet in Cannes mit Preisen für den besten Hauptdarsteller (Jones) und das beste Drehbuch (Arriaga).

Trailer