09. März

OT: A Torinói ló
H, F, D, CH, USA 2011
Regie: Béla Tarr
146 Min., 35mm, OmU, s/w
Mit János Derzsi, Erika Bók, Mihály Kormos, Ricsi

Das muss wohl wirklich das Ende der Welt sein, meines und deines und unseres sowieso: Béla Tarrs „Das Turiner Pferd“ ist eine betörende Kinoerfahrung. Mit nur 29 Einstellungen in 146 Minuten.“ Jan Schulz-Ojala, Der Tagesspiegel

1889. Der deutsche Philosoph Friedrich Nietzsche wird auf einer Turin-Reise Zeuge, wie ein widerwilliges Pferd auf offener Straße ausgepeitscht wird. Er versucht das Pferd zu retten, indem er sich an dessen Hals wirft. Wenige Wochen nach diesem Vorfall wird bei ihm eine schwere psychische Erkrankung diagnostiziert. So lebt er 10 Jahre bis zu seinem Tod sprachlos und ans Bett gefesselt unter der Obhut seiner Mutter und Schwestern.

Dieser Film folgt der Frage, was mit dem Pferd geschehen ist. Béla Tarr erzählt die fiktive Geschichte des Kutschers, seiner Tochter und ihres Pferdes. Der Kutscher ist ein Landwirt, der sich mit dem Pferdefuhrwerk über Wasser hält. Die Tochter führt den Haushalt. Das Leben ist hart und karg, das Pferd alt und krank. Es kann die harte Arbeit nicht länger erledigen, auch wenn es die Befehle noch so gern befolgen möchte. Es will nur noch in Ruhe sterben.

Das Turiner Pferd ist kein Film, sondern ein kaltes, klares und strenges Kunstwerk auf Zelluloid, eine visuell erfahrbar gemachte Installation, ein cineastischer Leidensweg über die Verlorenheit der Welt und der Kreatur. Jeder Kreatur. Vor dem Beginn dieses Films sollten eigentlich die Worte aus Dantes Inferno stehen: „Lasst, die ihr eintretet, alle Hoffnung fahren!““ Kinozeit

Silberner Bär, Großer Preis der Jury Berlinale 2011, FIPRESCI-Preis, div. Nominierungen beim Europäischen Filmpreis (Regie, Kamera, Score), Goldene Kamera 300, Ungarischer Filmpreis und und und…

Trailer