Das Offkino im Filmhaus Bielefeld. Jeden Freitag ausgesuchte Filme.

Abschied von Matjora
24. Februar
Proshchanie s Matyoroy
Regie: Elem Klimow & Larisa Sepitko
UdSSR 1983
126 Min., 35mm
Mit Stefaniya Stanyuta, Lev Durov, Aleksei Petrenko u. a.
Auf die Freigabe zur Aufführung musste Klimow drei Jahre warten. 1984 wurde sein Film nicht für die Berlinale freigegeben, erst 1987 lief er aufgrund von "Glasnost" und "Perestroika" in der Wettbewerbssektion außer Konkurrenz.
"Ein bewegender Film, der ohne Sentimentalität zutiefst humane Positionen bezieht, der klar Partei ergreift für Natur, Tradition und allgemeingültige Werte. 'Abschied von Matjora’ ist ein eindringlicher Appell an die Menschheit, denn 'Matjora' ist unser Erdendorf." (Hans Messias, film-dienst)
Planet Terror
2. März
Regie: Robert Rodriguez
USA 2007
105 Min., 35mm, DF
Mit Rose McGowan, Freddy Rodríguez, Josh Brolin, Marley Shelton, Michael Biehn u. a.
Robert Rodriguez präsentiert zum Einstieg eine melancholische Stripperin (Rose McGowan), die viele "nutzlose Talente" besitzt und eigentlich Stand up-Comedian werden wollte. Daraus wird nix mehr, denn die Dame verliert bei einer Zombie-Attacke ein Bein. An dessen Stelle tritt ein Maschinengewehr, das für hohe Verluste unter den Untoten sorgt. Starke Frauen, überdrehter Action und Fun-Splatter galore: Robert Rodriguez lässt seinen filmischen Kindheitserinnerungen freien Lauf und präsentiert ein schwerst unterhaltsames Spektakel, das jeden Genre-Fan, der die goldenen Achtziger erlebt hat, die Freudentränen in die Augen treibt. Für den passenden Look sorgt wie schon in Death Proof das digital gealterte Filmmaterial samt liebevoller Retro-Ausstattung. Nett auch der Fake-Trailer „Machete“ zu Beginn. Dabei ist Planet Terror eher Action- als Zombiefilm: Großkalibrige Waffen und tonnenweise Pyrotechnik kommen zum Einsatz, Explosionen und herrlich überzogene Schießereien bestimmen das Geschehen. Die Zombies - bzw. die von ihnen angerichteten Sauereien können sich natürlich auch sehen lassen. Für die exzellenten Make-Up-Effekte zeichnet sich Greg Nicotero verantwortlich, der schon die Atom-Mutanten in The Hills have Eyes schminkte.
Den Humor von Planet Terror kann man als satirisch bezeichnen; das ganze Projekt badet in Enthusiasmus und echter Fan-Liebe zu einer Art von Film, über den der Normalbürger gerne die Nase rümpft. Was sagt Herr Rodriguez zu seinem Film?: "Da gibt es Sequenzen, die völlig jenseits sind, völlig bizarr. Wo man sich fragt, ob man sich das eingebildet hat oder ob das alle anderen auch gesehen haben. Die besten Grindhouse-Movies haben das geschafft - ihr Publikum tatsächlich in Traumzustände zu versetzen." (aus einem Interview im Standard).
Träumt schön!
Double Feature – Angriff der 20-Meter-Frau & Die Brut des Teufels
09. März
Attack of the 50 Foot Woman
Regie: Nathan H. Juran
USA 1958
68 Minuten, 16mm, DF
Mit Allison Hayes, William Hudson, Yvette Vickers
Mekagojira no gyakushū
Regie: Ishirō Honda
Japan 1975
83 Minuten, 35mm, DF
Mit Katsuhiko Sasaki, Tomoko Ai, Akihiko Hirata
Nachdem Mechagodzilla erfolgreich in „King Kong gegen Godzilla“ zerstört wurde, macht sich ein kleiner Trupp von Forschern auf die Suche nach den Trümmern des Roboters. Dabei treffen sie auf den übellaunigen Titanosaurier, der auch gleich das U-Boot der Forscher zerstört. Doch Titanosaurier stellt nicht die einzige Bedrohung für die Menschheit dar. Böse außerirdische Invasoren bauen insgeheim einen zweiten Mechagodzilla der ihnen bei der Eroberung der Erde behilflich sein soll. Die Hoffnung der Menschen ruhen ein weiteres Mal auf Godzilla.
Rubber
16. März
Frankreich 2010
Regie: Quentin Dupieux
82 Min., 35mm, OmU
Mit Stephen Spinella, Jack Plotnick, Roxane Mesquida, Ethan Cohn
Quentin Dupieux sollte den meisten unter Mr. Oizo seit den späten 90er ein Begriff sein. Mit Flat Eric landete er einen Kulthit. 2010 drehte er mit Rubber einen einen Trash-Indi-Hit um die Mordtaten des Reifen Roberts, der unter anderem im Semaine de la Critique in Cannes aufgeführt wurde.
Rubber ist die Geschichte von Robert, einem Reifen der in der Wüste zurück gelassen wurde und unerklärlicher Weise plötzlich zum Leben erwacht. Auf seinen Streifzügen durch die Wüste, auf dem er Hauptsächlich Kleingetier überrollt, entdeckt er, dass in Ihm telekinetische Kräfte Schlummern, mit denen er Lebewesen zum Platzen bringen kann. Als er auf dem Highway auf Sheila „rollt“, beginnt seine Obsession für diese junge Frau. Auf seinem Weg hinter Ihr her, pflastern Leichen seinen Weg. Kann Sheila entkommen, bevor sie von Ihrem grausamen Schicksal überrollt wird?
In der Indi-Filmemacher Welt sorgte dieser Film für Furore, da er einer der ersten „größeren“ Produktionen mit einem digitalen Fotoapparat, der Canon 5D Mark II war. Auf die Kritiker waren eher positiv diesem Film gegen über: „herrlich amüsanter Trash, der immer wieder auf die Gemachtheit des Films verweist und so ein smartes Spiel mit dem Medium Film treibt“ kino-zeit.de
Star Crash – Sterne im Duell
23. März
Scontri stellari oltre la terza dimensione
Italien 1978
Regie: Luigi Cozzi
97 Min., 35mm, DF
Mit Caroline Munro, Marjoe Gortner, Christopher Plummer, David Hasselhoff
Der böse Graf Zarth Arn will mit einer neuen, zerstörerischen Waffe die Herrschaft über die Galaxis an sich reißen. Der gutmütige „Kaiser des ersten Sternkreises“ schickt die Schmugglerin Stella Star, ihren treuen Navigator Akton und seinen Polizeiroboter L aus um die Pläne des bösen Grafen zu durchkreuzen.
Auf der Suche nach dem Versteck des Grafen verschlägt es die Truppe auf einen von Amazonen bewohnten Planeten, einen Eisplaneten und in eine Kolonie von Steinzeitmenschen. Bis sie schließlich auf Simon, den verschollenen Sohn des Kaisers, treffen. Gemeinsam treten sie zur alles entscheidenden Schlacht gegen Graf Zarth Arn an.
Intergalaktische Schmuggler, menschenähnliche Roboter und Laserschwert-Duelle – Star Crash bedient sich freizügig bei Krieg der Sterne. Ein Jahr nachdem Hollywood-Blockbuster versucht die italienische Produktion auf dessen Erfolgswelle mitzuschwimmen. Natürlich ließen sich die spektakulären Effekte des Originals mit dem vergleichsweise geringen Budget nicht kopieren. Doch was Regisseur und Drehbuchautor Luigi Cozzi an Ressourcen fehlte, kompensierte er mit umso mehr Fantasie und bunten Effekten.
„ Unfreiwillig komisch, billig zusammengetackert, manchmal abgrundtief hässlich und streckenweise herzerweichend doof – aber zu keiner Sekunde langweilig“ - BadMovies.de
„auf dem Niveau eines Erstklässlers“ - OFDB.de
„with enviable nonchalance and a distinct lack of consideration for the laws of nature“ - Time Out
„auch schauspielerisch unbeholfen“ - Lexikon des Internationalen Films


