Der Fremdenlegionär
Der Fremdenlegionär Still

Eine Truppe Fremdenlegionäre, stationiert am Golf von Dschibuti, die sich tagein, tagaus in immer gleichen Routinen ergehen. Kommandant Forestier (Subor) lässt dem ihm ergebenen Ausbilder Galoup (Lavant) freie Hand, der den Drill der Männer mit heiligem Ernst überwacht. Eines Tages stößt der verführerisch schöne Sentain (Collin) hinzu. In diesem Mikrokosmos ist er es, dem alle – bis hin zum Kommandanten – verfallen. Galoup ist klar: Der muss weg.

Als Tochter eines Kolonialbeamten hatte Regisseurin Claire Denis ihre Kindheit in Kamerun, Burkina Faso und Dschibuti verbracht. Wie bereits in ihrem Debüt, dem im Kamerun der Kolonialzeit angesiedelten Drama „Chocolat“ (1988), spielt auch in „Der Fremdenlegionär“ der Postkolonialismus eine tragende Rolle. Er bildet die logische Rahmenbedingung der hier gezeigten Enklave, in der Disziplin, Maskulinität und uneingestandenes homoerotisches Begehren verhandelt werden. Der Film ist an Herman Melvilles Seefahrernovelle „Billy Budd“ (1891) angelehnt; hier und da erklingt auch Benjamin Brittens gleichnamige Oper. Die Szenen ästhetisierter Alltagsrituale – soldatische Kraftübungen und häusliche Arbeit – wurden von Bernardo Montet choreografiert und von der Kamerafrau Agnès Godard meisterinnenhaft festgehalten. Sie machen dem Wortsinn des Originaltitels – „schöne Arbeit“ – alle Ehre.
In ihrem Film „Beau Travail“ beleuchtet Claire Denis die Schönheit des nutzlos gewordenen soldatischen Körpers. In ihrer militärisch-erotischen Versuchsanordnung wird Sexualität zum Skript – jenseits jeder faschistoiden Gewaltverherrlichung.“ Diedrich Diederichsen, taz
Zahlreiche Nominierungen und einige Preise für „Beau Travail“, u.a. den César für Agnès Godard.

(Textverantwortlich: AR)