Die Freiheit des Erzählens. Das Leben des Gad Beck
Die Freiheit des Erzählens. Das Leben des Gad Beck Still

Als homosexueller jüdischer Jugendlicher überlebte Gad Beck den Nationalsozialismus. Zu einem Schlüsselerlebnis geriet ihm die Deportation seines ebenfalls jüdischen Liebhabers Manfred Lewin. Die Familie Lewin überlebte den Holocaust nicht: Alle Familienmitglieder wurden in Auschwitz ermordet.Als so genannter „jüdischer Mischling“ inhaftiert, erlebte Gad Beck die einzigartigen Ereignisse um das Sammellager Rosenstraße, wo tagelang hunderte Menschen erfolgreich für die Freiheit ihrer jüdischen Angehörigen demonstrierten. Nach seiner glücklichen Freilassung schloss Gad Beck sich seinen bereits untergetauchten Freund_innen des „Chug Chaluzi“ an. 1944 wurde er Leiter dieser illegalen zionistischen Jugendgruppe, die das Überleben zahlreicher Jüd_innen in Berlin organisierte.Nach Kriegsende geht Gad mit seinen Eltern und seiner Schwester nach München und wartet in einem Camp für Displaced Persons auf seine Emigration nach Palästina. Er verlässt Deutschland 1947, lebt lange in Israel, beginnt dort ein Psychologie-Studium und pflegt enge Kontakte nach Wien, wo er seinen Lebenspartner kennenlernt. 1979 kehrt er schließlich nach Berlin zurück. Er wird Leiter der jüdischen Volkshochschule, veröffentlicht seinen von biografischen Erinnerungen inspirierten Roman und ist einer der ersten Shoah-Überlebenden, die offen über ihre Homosexualität sprechen.
Der Film fragt auch danach, wie man sich an Geschichte erinnert. In einer online veröffentlichten Stellungnahme haben die Filmemacher angedeutet, dass sie einige von Becks Geschichten über seine »Liebesabenteuer unterm Bombenhagel« etwas unglaubwürdig finden. Zumindest klängen sie »manchmal recht unwahrscheinlich«. Vielleicht sei aber gerade das »Ausdruck seiner späten Rache an den Nazis, einer Weigerung, seine Geschichte von anderen bestimmen, sich zu einem Opfer machen zu lassen – und sei es ein halbes Jahrhundert später durch wohlmeinende, aber ahnungslose Filmemacher wie uns«, schreiben Cackett und Does.“ jungle world

(Textverantwortlich: JU)