In den Hügeln von Beverly Hills wird von einem deutschsprachigen Autor die Leiche einer jungen Frau entdeckt. Doch nach Entdeckung des Tagebuchs wird offenbar, dass die vermutete „Unschuld vom Lande“ ein äußerst abwechslungsreiches Liebesleben hatte. Die absurde Krimi-Handlung wird zunehmend zur Rahmenhandlung für die in Rückblenden erzählte Lebensgeschichte der jungen Frau. Diese befreit sich darin aus der Rolle des „Sex-Objekts“ und rächt sich an der Männerwelt, indem sie ihren Sex-Appeal bewusst einsetzt, um die dafür empfänglichen Männer anzuziehen und sie dann gefügig zu machen.
Trotz seiner Premiere im Wettbewerb der Filmfestspiele von Cannes geriet „Die Tote von Beverly Hills“ lange in Vergessenheit. Dabei ist der Film eine faszinierende Zeitkapsel des westdeutschen Kinos der 1960er Jahre: Karikatur von Biederkeit der Adenauer-Ära und des American Way of Life, Aufgreifen der Krimi-Welle der 60er Jahre, sexuelle Aufbruchstimmung, Experimentierfreude im Geiste der Nouvelle Vague und aufkommendem Neuer Deutscher Film, sowie Pop-Art und Klamauk. Während die Krimi-Handlung in Schwarz-Weiß gehalten ist, sind die Rückblenden eine wahre Farbexplosion, wie man sie selten im deutschen Kino zu sehen bekommen hat. Die Fülle an unterschiedlichen Genres und Stilen gehört dabei zum Regie-Konzept, das stets Erwartungen untergraben will: Handlungsstränge lösen sich willkürlich auf und Verdächtige kommen und gehen. Gedreht wurde größtenteils ohne Drehgenehmigung im Großraum Los Angeles, wo sich die Produktion „in Hollywoods Hinterhof“ schlich. Der Regisseur Michael Pfleghar drehte aufgrund der Krise des deutschen Kinos nur noch wenige Kinofilme und wandte sich dem Fernsehen zu, wo er die Nonsens-Comedy-Show „Klimbim“ entwickelte und inszenierte.
(Textverantwortlich: JR)