Ginger Snaps – Das Biest in Dir
Ginger Snaps – Das Biest in Dir Still

Die Schwestern Ginger und Brigitte sind gewollte Außenseiterinnen in einer kanadischen Kleinstadt. Interesse an Jungs oder anderem typischen Mädchenkram? Fehlanzeige. Ihr Lieblingshobby ist es brutale Morde detailgetreu nachzustellen und via Polaroidkamera festzuhalten. Die Schwestern-Beziehung ist der Mittelpunkt ihrer Welt – inklusive mit Blut geschworenem Suizidpakt für ihren bald bevorstehenden 16. Geburtstag: „Out by sixteen or dead in the scene but together forever.“ Ginger

Das alles jedoch ändert sich schlagartig in der Nacht, in der Ginger ihre erste Periode bekommt und von einem Biest gebissen wird, das sich, an Gingers körperlichen Veränderungen zu erkennen, als Werwolf herausstellt. Die bisherige Beziehung der Schwestern zerbricht zunehmend. Für Brigitte ist Gingers plötzlicher Drang nach Jungs und Sex unerklärlich. Der Werwolf-Schwanz auch. Ginger hingegen verliert immer mehr die bisher so genossene Kontrolle über ihre kleine Schwester, die auf der Suche nach einem Heilmittel  die Anziehungskraft des bisherigen Zweigestirns verlässt.

Ginger Snaps ist einer der ikonischen, feministischen BodyHorror aus den 2000ern. Karen Waltons bissiges Drehbuch exerziert den Vergleich zwischen weiblicher Pubertät und dem (Zurück)nehmen der weiblichen Sexualität und dem Werwolf-Dasein klar durch: Blut fließt, Haare sprießen, Begierde erwacht. Scream Queens Katherine Isabelle und Emily Perkins spielen die komplizierte, schwankende und subtextuelle homoerotische Beziehung der beiden Schwestern von wunderbar zart bis beißend scharf: „You want me? You want me! Stop hurting everybody else and take me! You wreck everything for me that isn’t about you! Brigitte

Die Kleinstadt-1990er-Ästhetik samt der grungy Garderobe der Schwestern und der krasse Soundtrack sind das letzte Tüpfelchen auf der Sahnetorte.

(Textverantwortlich: LF)