Rififi
Rififi Still

Unendlich müde, so kehrt der einstige Einbrecherkönig Tony “Le Stephanois” von einem fünfjährigen Gefängnisaufenthalt zurück und kommt bei Jo „Le Suedois“, dessen Frau Louise und kleinem Sohn Tonio unter. Sie sind Tony zu Dank verpflichtet, der seinen jungen Komplizen bei der Festnahme gedeckt hatte. Mit seinem Kumpel Mario versucht Jo Tony zu überreden, sich ihnen bei einem lukrativen Raubüberfall auf ein Juweliergeschäft anzuschließen, doch hat der den alten Routinen abgeschworen, sehnt sich nur nach dem Wiedersehen mit Mado. Als er jedoch erfährt, dass diese nun die Geliebte des fiesen Nachtklubbesitzers Grutter ist, ist Tonys Ehrgeiz geweckt. Zusammen mit den Jungs und Tresorknacker César will er das ganz große Ding drehen.

Mit „Rififi“, diesem Meisterwerk um Finesse, Ganovenehre und toxische Männlichkeit vor der Kulisse eines grandios rauen Paris, hat auch er es allen gezeigt: Jules Dassin, U.S.-Expat von Joe McCarthys Gnaden, der nach dem unter großen Schwierigkeiten in Großbritannien abgedrehten „Night and the City“ (1950) nun mit einem Film reüssierte, dessen Herzstück Legende ist – jene dialoglose Einbruchsequenz in Echtzeit (32 Minuten!), die Gesetzeshüter_innen auch hierzulande in Schnappatmung versetzte. Der so den Goldstandard aller respektablen Heist Movies etablierte und für François Truffaut, der es ja wissen muss, den besten Film Noir aller Zeiten schuf. Zu dessen weiteren Werken u.a. die Komödie „Never on Sunday“ (1960) zählt, darin seine spätere Gattin, Melina Mercouri, als charmante Hafenhure Ilya, das „Mädchen von Piräus“. Und der in „Rififi“- unter dem Alias Perlo Vita – als galanter César brilliert. Regiepreis 1955 in Cannes, Prix Meliès 1956 und Special Award des „New York Film Critics Circle“ 2000.

(Textverantwortlich: AR)