Unsere Filme im Oktober - Gangs
Death Proof – Todsicher
07.10.

Der schon in die Jahre gekommene Stuntman Mike ist ein frauenfeindlicher Serienkiller – seine Masche ist es, Frauen in seinen „death proof“-Muscle Car einzuladen und sie dann letztendlich durch seinen Fahrstil brutal zu töten. Doch dann trifft er auf die für ihn falsche bzw. genau richtige Frauen-Gang rund um Kim, Zoë, Abernathy und Lee, und der Spieß wird sowas von umgedreht…
Aufgrund der kompromisslosen und starken Wendung für mich damals ein absolutes Filmhighlight!

Nach „Kill Bill Vol. 1 & 2“ war „Death Proof – Todsicher“, eine Hommage an das B-Movie- und Exploitationfilm-Genre der 1970er Jahre, der dritte Film, in dem ein Mann die Rache der Frauen zu spüren bekommt. „Anders als im klassischen Hollywood-Kino gehört das Prinzip des weiblichen Racheengels in den Exploitation-Filmen zur Grundausstattung„, sagt Tarantino. „Beim Slasher-Genre übrigens auch. Die Heldin kann von ihrer männlichen Umgebung meistens keine Hilfe erwarten.“ (CINEMA)

„Death Proof“ ist übrigens Teil des Grindhouse-Double Features, für das sich Tarantino und Robert Rodriguez zusammengetan und je einen Film im Exploitationfilm-Stil gedreht hatten. Rodriguez` Beitrag „Planet Terror“ lief 2012 im Offkino.

(Textverantwortliche: KE)

Death Proof – Todsicher Still
Double Feature: Filmfarsi & Gavaznhā / Die Hirsche
14.10.

Zweiter Film:
Gavaznhā / Die Hirsche
Regie: Masoud Kimiai
Iran 1974, 118 Min, Farsi mit englischen Untertiteln., DCP
Mit Behruz Vossoughi, Faramarz Gharibian  u.a.

„Filmfarsi“-Regisseur Ehsan Khoshbakht steht nach seinem Film für ein Gespräch per Videokonferenz zur Verfügung.

Und hier die Filmtexte zu beiden Filmen:

Filmfarsi
Iranisches Kino, das ist für viele heute gleichbedeutend mit international bekannten und preisgekrönten Filmemachern wie Abbas Kiarostami („Der Geschmack der Kirsche“ 1997) oder Jafar Panahi („Taxi Teheran“, 2015).
Doch Regisseur Ehsan Khoshbakht beschäftigt sich in seinem Dokumentarfilm „Filmfarsi“ mit einer Zeit der iranischen Kinogeschichte, die zu einem großen Teil verloren (wortwörtlich, denn die Filme existieren heute fast ausschließlich nur auf alten VHS-Kassetten) und außerhalb seines Heimatlandes fast vollständig unbekannt ist.
In den 1960er und 1970er Jahren war Film im Iran melodramatisch, sensationslüstern und Spiegel einer höchst widersprüchlichen und facettenreichen Gesellschaft. Die zumeist kleinkriminellen Helden dieses Kinos sind hin und hergerissen zwischen religiöser Tradition und westlich orientierter Moderne und wissen sich oft nur mit geballten Fäusten der Welt gegenüberzustellen. Und die Frauen? Auch sie leiden unter der scheinbaren Freiheit Minirock und Hijab zugleich tragen zu können.
Khoshbakht hat einen zutiefst persönlichen Blick auf sein Sujet und verwebt die Welt des Kinos seiner Heimat mit der iranischen Realität unter Shah Mohammad Reza Pahlavi. Dabei findet er das Abbild einer Gesellschaft auf der Suche nach seiner eigenen Identität. Eine Suche, die ihr vorläufiges Ende am 19. August 1978 fand, als das „Cinema Rex“ in Abadan einem Terroranschlag zum Opfer fiel, bei dem hunderte Menschen starben. Ein Schlüsselereignis der islamischen Revolution, die schließlich das Regime des Shahs stürzte und unter anderem auch die Welt des Kinos im Iran für lange Zeit verstummen ließ.

Gavaznhā / Die Hirsche
„Gavaznhā“ von Masoud Kimiai entstand bereits 1974, war jedoch ein so großer Erfolg, dass er die gesamten 1970er Jahre immer wieder in den iranischen Kinos gezeigt wurde. So auch am 19. August 1978 im „Cinema Rex“, als dieses einem Brandanschlag zum Opfer fiel, bei dem über 400 Menschen starben.
Behruz Vossoughi, der größte iranische Filmstar des prä-revolutionären Irans, ist der drogenabhängige Seyed, der seine Sucht mit Gelegenheitsjobs finanziert. Eines Tages bekommt er Besuch von seinem alten Freund Ghodrat (Faramarz Gharibian). Einst war Seyed für Ghodrat Idol und Beschützer. Jetzt ist Ghodrat wieder auf die Hilfe seines Jugendfreundes angewiesen, denn er hat eine Schussverletzung und ist auf der Flucht vor der Polizei…
Nach seiner Premiere auf dem „Tehran International Film Festival“ im November 1974, waren es nicht nur die Zuschauer_innen, die den revolutionären Unterton in Kimiais Film fanden: die berüchtigte SAVAK, die Geheimpolizei des Shahs, verhaftete den Regisseur und zwang ihn, das Finale seines Films zu ändern. Das schmälerte jedoch nicht den Erfolg der siebten und letzten Zusammenarbeit von Kimiai und Schauspieler Behruz Vossoughi. Bis heute gilt „Gavaznhā“ als eine Sternstunde nicht nur des iranischen Kinos der 1970er Jahre, sondern des iranischen Kinos überhaupt.
Außerhalb seines Produktionslandes kaum gesehen, bietet „Filmfarsi“-Regisseur Ehsan Khoshbakht über 40 Jahre nach der folgenschweren Vorstellung des Films im „Cinema Rex“ die Möglichkeit, „Gavaznhā“ auch außerhalb des Iran auf der großen Leinwand zu sehen.

(Textverantwortlicher: CP)

Double Feature: Filmfarsi & Gavaznhā / Die Hirsche Still
Die Warriors
21.10.

Bei einem großen Treffen aller New Yorker Streetgangs versucht Cyrus, der charismatische Anführer der Riffs, alle Gangs der Stadt zu einer einzigen großen Gang zu vereinen. Doch er wird von Luther, einem Mitglied der Rogues, aus der Menge heraus erschossen. Daraufhin stürmt die Polizei das Gelände und ohne es zu wissen, werden die Warriors fälschlicherweise des Mordes bezichtigt. Von nun an sind sie Freiwild der anderen Gangs und ihr Rückweg von der Bronx nach Coney Island entwickelt sich zu einer nervenaufreibenden Odyssee durchs nächtliche New York.

Gewalttätige Ausschreitungen, drei Tote und kostenloses Wachpersonal für die Kinos durch den Verleiher. So startete „The Warriors“ 1979 in den amerikanischen Kinos und wurde, was die Intensität der Auseinandersetzungen der damaligen Gangs betrifft, von der Wirklichkeit um ein Vielfaches übertroffen. In Deutschland startete der Film mit FSK 18 und stand zwischenzeitlich sogar auf dem Index. Erst 2013 gab es eine Neubewertung mit FSK 12, was dem Maße der dargestellten Gewalt mittlerweile auch eher gerecht wird.

Das Thema Straßengangs war zu der Zeit ein omnipräsentes Thema in den USA. Neben dem eingängigen Soundtrack von Barry de Vorzon und den berauschenden Bildern von Kameramann Andrew Laszlo war das der Grund, warum der Film so hohe Wellen schlug und zur ikonischen Blaupause des Genres wurde. Um ihn noch vor der Konkurrenz durch „The Wanderers“ auf die Leinwand zu bringen, wurden drei parallel arbeitende Schnittteams beauftrag, die es schafften, den Film fünf Monate vor der Konkurrenz zu veröffentlichen. Wir wollen das Ergebnis entsprechend würdigen und zeigen Euch „The Warriors“ selbstverständlich in der englischen Originalversion.

(Textverantwortlicher: VV)

Die Warriors Still
Surf Nazis Must Die
28.10.

Nach einem Erdbeben stürzt die USA in ein großes Chaos. Die Cops haben die sich rivalisierenden Gangs nicht im Griff. Die „Surf Nazis“ haben die Oberhand erlangt und kämpfen um den „Power Beach“! Wow.

Welcome to California! Where the beaches have become battlefields and the waves are a war zone! The rival gangs – the „Samurai-Surfers“ and the tyranny of the tide – the „Surf Nazis“. Adolf, Eva, Mengele, Hook, Smeg and the rest of the gang! Only one person is powerful enough, darling enough and brave enough to stop them! She´s tough, she’s dangerous, she’s wide-hipped and strong willed. She’s Leroy’s Mama. And as long as she’s alive – the Surf Nazis Must Die.“ Troma

Troma? Moment. Ach ja. Die Trash-Schmiede. Verantwortlich für Filme wie „Toxic Avenger“ oder „Class of Nuke’Em High“. Vor 45 Jahren gründeten Lloyd Kaufmann und Michael Herz in New York Troma Entertainment – das einzige noch existierende unabhängige Filmstudio Amerikas. Ihre Strategie war es, viele kleine, interessante, aber trotzdem kostenfreundliche Film zu produzieren. Jeder Troma-Streifen hat seinen eigenwilligen, aber nicht für jede_n zugänglichen Charme, der sich durch skurille Storys mit eigenartigen Akteur_innen ausdrückt.

Vielleicht mal wieder ne Gelegenheit den Keller/Dachboden nach alten Ninja-Kampfanzügen, 1980er Jahre Oldschool Skateboards oder Surfbrettern abzusuchen. Beim Mitbringen eines der genannten Accesiores gibt’s nen Bier auf mich. Have fun or f… off!

(Textverantwortlicher JU)

Surf Nazis Must Die Still
Unsere Filme im November - Schlechter Geschmack
Drop Out
04.11.

Weitere Infos folgen bald!

Drop Out Still
Vortrag: Die Kirsche auf der Sahne. Der Beitrag Bielefelds
10.11.

Dieser Vortrag findet in Kooperation mit dem „Zentrum für Ästhetik“ der Uni Bielefeld im Rahmen ihres „art/science-Festival 2022“ mit dem Thema „Schlechter Geschmack“ statt. Hier geht`s zur Festival-Seite

Für den Fall, dass man in Fragen angewandter Ästhetik noch unsicher sein sollte, ist es hilfreich, zur groben Orientierung erst einmal davon auszugehen, dass Schlechter Geschmack das ist, was wir zuhause über dem Sofa hängen haben. Nicht bei jedem Thema muss man weit ausholen. Und so ist „Bielefeld“ auch keineswegs das letzte bisschen, was bei Geschmacksdiskussionen bislang noch gefehlt hätte. Ganz im Gegenteil: Bielefeld ist das i-Tüpfelchen des Geschmacks. Schlechter Geschmack, um nur den zu nehmen, in welcher Form auch immer, ist vor Ort nie bloß eine Frage von Tagen. Der Vortrag wird deshalb aus streng Bielefelder planetarisch-erdgeschichtlicher Perspektive den Bogen von der Genesis bis zur Mondlandung von Apollo 15 und ihren Folgen schlagen. Und dann auch mit der Geschichtswissenschaft nach dem Nährwert der ganzen Sache fragen.

Rembert Hüser, Professor für Medienwissenschaft, Goethe Universität Frankfurt, alter Bekannter. Hatte 1991 seinen wissenschaftlichen Durchbruch mit einem Text über die Ausstellung des Riesen-Walfischs Moby Dick auf dem Parkplatz von divi (an der Teutoburger Straße). Im Jahr darauf wurde divi real. Das Plakat vom Parkplatz wurde 2003 als einschlägig in das Bielefeldbuch aufgenommen. Schrieb in dem Jahr über das Bielefelder Universitätsgebäude und den fehlenden Einbau der Film- und Medienwissenschaft in einem Band Signale der Störung. Wohnte nach seiner Zeit gar nicht weit vom Schloßhofgrill im Wohnheim Jakob Kaiser-Straße in der Niedernstraße im zweiten Stock direkt gegenüber von der Altstädter Nikolaikirche. Dort, wo in der Weihnachtszeit immer der Feuerwehrwagen vom Kinderkarussell hält.

Vortrag: Die Kirsche auf der Sahne. Der Beitrag Bielefelds Still
Die 120 Tage von Sodom
11.11.

Weitere Infos folgen bald!

Die 120 Tage von Sodom Still
Bad Taste
18.11.

Weitere Infos folgen bald!

Bad Taste Still
Cry-Baby
25.11.

Weitere Infos folgen bald!

Cry-Baby Still