Unsere Filme im März - Die Nerven liegen blank
Bird
06.03.

Die Vorstellung findet in Kooperation mit und im Rahmen der Frauenfilmtage Bielefeld statt.
Der Eintritt entspricht den Eintrittspreisen der Frauenfilmtage: Eintritt 8 €, ermäßigt 5 €, mit Bielefeld-Pass 1 €

Bailey (Nykiya Adams) lebt mit ihrem Vater Bug (Barry Keoghan) in einem besetzten Haus in Kent, nahe London. Anstatt sich um Bailey zu kümmern, konzentriert sich Bug, wenn er nicht gerade zugekokst die Nächte durchfeiert, lieber auf seine neueste Geschäftsidee: Er will aus dem Sekret einer speziellen südamerikanischen Kröte eine halluzinogene Superdroge entwickeln und teuer verkaufen. Nachdem sie im Streit mal wieder von zu Hause abgehauen ist, trifft Bailey auf den sonderbaren Bird (Franz Rogowski), der in Purzelbäumen und im Faltenrock wie aus dem Nichts auf sie zukommt. In einer Welt, in der sich niemand um sie kümmert, wird Bird zu Baileys engstem Vertrauten. Aber ist Bird wirklich der, als der er sich ausgibt?

Die Regisseurin Andrea Arnold („Fish Tank“, „American Honey“) erzählt in „Bird“ eine berührende und poetische Geschichte, die irgendwo zwischen Märchen und Drama einzuordnen ist. Herausragend besetzt mit Franz Rogowski („Transit“, „Passages“) in der Titelrolle als Bird und Barry Keoghan („Saltburn“. „The Banshees of Inisherin“) als Bug neben der Newcomerin Nykiya Adams als Bailey.

„Das ist es, was Arnold so gut einfangen kann: Menschen, die einfach ihr Bestes geben, was oft bedeutet, dass sie jede Erwartung übertreffen, ohne es zu wissen. Ihre Großzügigkeit gegenüber ihren Figuren ist auch Großzügigkeit uns gegenüber.“  TIME Magazine


(Textverantwortlich: CP)

Bird Still
M – Eine Stadt sucht einen Mörder
13.03.

In einer deutschen Großstadt geht das Grauen um. Eine Serie Kindermorde erschüttert die Bevölkerung. Ein unbekannter Täter lockt kleine Mädchen an und bringt sie um. Die Menschen geraten in Angst und Panik, Eltern bewachen ihre Kinder und Verdächtigungen breiten sich aus. Die Polizei ermittelt mit Hochdruck, führt Razzien durch und überwacht bekannte Straftäter. Doch trotz intensiver Fahndung bleibt der Mörder unentdeckt. Die verstärkten Polizeikontrollen stören zunehmend auch die Unterwelt bei ihren illegalen Geschäften. Deshalb beschließt die organisierte Verbrecherwelt, den Mörder selbst zu finden, um wieder ungestört arbeiten zu können.

Der Film von Fritz Lang gilt als Meilenstein der Filmgeschichte. Als einer der ersten deutschen Tonfilme benutzt er selbigen nicht ausschließlich um Dialoge zu stützen, sondern auch als dramaturgisches Mittel. Wie zum Beispiel das berühmte Pfeifen des Mörders. Es dient hier u.a. als Leitmotiv und erzeugt Spannung, obwohl der Mörder nicht im Bild zu sehen ist. Lang benutzt zudem expressionistische Elemente wie starke Licht-Schatten-Kontraste, um eine bedrohliche Großstadtkulisse zu schaffen. Auch darf der Film als Kritik der Gesellschaft verstanden werden, indem er die Rolle von Recht, Macht und staatlicher Ordnung in Frage stellt.Der Film beeinflusste das Genre des Kriminalfilms und später auch des Film Noir maßgeblich. Er gilt bis heute als einer der bedeutendsten deutschen Filme der Weimarer Republik.

Eines der großen Meisterwerke des deutschen Tonfilms, das mit Peter Lorres Darstellung eine der besten schauspielerischen Leistungen der Vor- und Nachkriegszeit aufzuweisen hat.“ filmrezensionen.de

(Textverantwortlich: JU)

M – Eine Stadt sucht einen Mörder Still
Phenomena
20.03.

Die 15-jährige Jennifer Corvino wird in ein abgelegenes Mädcheninternat nahe Zürich geschickt. Dort wird sie wegen ihres Schlafwandelns und ihrer ungewöhnlich starken Verbindung zu Insekten schnell als sonderbar abgestempelt.
Zur gleichen Zeit hält ein Serienmörder die Region in Atem: Junge Mädchen werden getötet, enthauptet und ihre Leichen verschwinden. Der ermittelnde Inspektor zieht den Entomologen Professor John McGregor hinzu, der mithilfe von Insekten den Todeszeitpunkt der Opfer bestimmen kann.
In einem schlafwandlerischen Trancezustand wird Jennifer zufällig Zeugin eines der Morde und flüchtet. Verwirrt und mit Erinnerungslücken gelangt sie zu Professor McGregor, der sich ihrer annimmt und ihre besondere Gabe erkennt. Später erlebt sie indirekt den Mord an ihrer Zimmernachbarin mit und findet -geleitet- am Tatort den Handschuh des Mörders, in dem sich Maden eingenistet haben. Während sie im Internat Mobbing erfährt und für verrückt erklärt wird, findet sie beim Professor und summender, krabbelnder Verbündeter Unterstützung, und außerdem Ermutigung, der Sache weiter auf den Grund zu gehen…

Argento bezeichnet „Phenomena“ als eines seiner liebsten Werke. Mit Jennifer Corvino als ein außergewöhnlicheres Final Girl, was „film cred“ folgendermaßen beschreibt: „Jennifer’s power and association with insects, particularly figures of death and decay, paint a fascinating portrayal of a divergent female protagonist. Her actions and abilities are never subverted into a narrative of male anxiety over female power. Instead, Jennifer’s magic, the ‘phenomena’ of the film’s title, allows her own feminine hero’s story to unfold.“
Die Natur ist in „Phenomena“ eine eigenständige, handelnde Macht, die dem Film eine fast mystische Dimension verleiht. Besonders ist zudem, dass Argento neben dem atmosphärischen Score von „Goblin“ einen weiteren Musikstil einsetzt – lasst euch überraschen :).

(Textverantwortlich: KE)

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Phenomena Still
Climax
27.03.

If you couldn‘t dance, what would you do?“ – „Hm… suicide?“

Eine Gruppe ehrgeiziger, französischer Tänzer_innen trifft sich in einer frostigen Winternacht in einem abgelegenen, leeren Schulgebäude, um intensiv für ihre bevorstehende Amerika-Tournee zu proben. Die ausgelassene Feier nach der letzten Tanzprobe verwandelt sich jedoch rasch in einen Horrortrip, als sie feststellen, dass ihr Sangría mit einem potenten Halluzinogen versetzt wurde. Latente Spannungen und Animositäten zwischen den jungen Menschen eskalieren in einer Orgie aus Gewalt und Ekstase. Für wen wird diese Nacht ein Traum, ein Alptraum oder sogar die Letzte sein?

Einfallsreich und verführerisch – dieses höllische Kammerstück wird mit Sicherheit Meinungen spalten. Die Kamera taucht ins Chaos ein und verbindet physisches Theater mit einer Palette teuflischer Rottöne und schelmischer Grüntöne, begleitet von pulsierendem Techno. Teils musikalisch, teils politische Abhandlung und mit mehr als einem Augenzwinkern auf Dantes Göttliche Komödie ist Noé in seiner dekadentesten und teuflischsten Form.“ – Joseph Walsh, Time Out

Ein persönliches Schmankerl für mich ist, dass – untypisch anderer „Trip“-Filme (z.B. „Enter the void“) – die Wirkung des Halluzinogens auf die Tänzer_innen zwar von Musik, Licht und Kamera in Szene gesetzt wird, aber stets nur von außen betrachtet.

Untermalt wird diese Achterbahnfahrt der Gefühle durch einen treibenden Soundtrack, der mit einem bunten Mix aus Soft Cell, Daft Punk, Patrick Hernandez und mehr gefüttert ist. Um unser Kinopublikum ordentlich aufzuwärmen und einzustimmen, wird es vor dem Filmstart einen extra zusammmengestellten Techno- und Electroclash-lastigen Musik-Mix geben. Allerdings aber keinen Sangría.

(Textverantwortlich: LV)

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Climax Still
Unsere Filme im April - Vinyl
tbc
03.04.
tbc Still
Record Release Konzert: „We Stood Like Kings“ spielt „Pinoccio“
10.04.

Eintritt: 15 €, ermäßigt: 12 €
Karten gibt es freitags bei uns an der Kinokasse oder können über uekermann@offkino.de geordert werden.


Yeah. Heute sind ein weiteres Mal die belgischen Postrocker_innen „We Stood Like Kings“ bei uns zu Gast. Wie immer in Kooperation mit unserem Bielefelder Lieblings-Plattenlabel „Kapitän Platte“. Das ganze garniert mit einem Record-Release.

„We Stood Like Kings“ kehren mit einem außergewöhnlichen Filmkonzert zurück, das die berühmte Geschichte von Pinocchio neu erzählt. Die Bilder stammen von keinem Geringeren als dem flämischen Illustrator Carll Cneut, Gewinner zahlreicher internationaler Auszeichnungen, und die Animationen stammen vom Brüsseler Studio „Cartoonbase“.

„The new We Stood Like Kings album is a bit of a new musically turn in the history of the band.
For the first time they have written the music just the way they wanted and the animated movie of Pinocchio was created to fit the music and not the other way around.
Also you should get ready for some heavier stuff than before, a bit more post-metal into the typical piano-driven post-rock.“
Kapitän Platte

Kleiner Teaser:
https://kapitaenplatte.bandcamp.com/album/pinocchio
(Textverantwortlich: JU)

Record Release Konzert: „We Stood Like Kings“ spielt „Pinoccio“ Still
Pretty in Pink
17.04.

Andie (Molly Ringwald) stammt aus einfachen Verhältnissen und besucht eine Schule mit überwiegend reichen Schüler_innen. Wegen ihrer Second-Hand-Kleidung wird sie oft verspottet. Mit ihrer Freundin Iona arbeitet sie nebenbei in einem Plattenladen, wo sie Blane (Andrew McCarthy) kennenlernt. Trotz unterschiedlicher sozialer Herkunft beginnen sie sich zu treffen, was sowohl ihrem langjährigen Kumpel Duckie, der heimlich in sie verliebt ist, als auch Blanes Clique missfällt.Bei einem zweiten romantischen Date bittet Blane Andie, mit ihm auf den Abschlussball zu gehen. Doch können sie den Spannungen von außen standhalten?

Warum ist „Pretty in Pink“ bis heute ein Klassiker? Weil er anders ist. (…) Hughes verleiht seinen Figuren Tiefe und Würde – sie sind keine eindimensionalen Karikaturen, sondern echte Menschen mit echten Problemen. Auch visuell und musikalisch setzt sich Pretty in Pink von der Masse ab. Der Film spiegelt nicht nur den Zeitgeist der 80er wider, sondern hat ihn mitgeprägt. Die ikonische Mode – Andies Vintage-Look, Duckies exzentrischer Stil – wurde zum Sinnbild einer Ära. Und dann wäre da noch der legendäre Soundtrack: Songs von The Psychedelic Furs, New Order, The Smiths und OMD machen den Film zu einer cineastischen Playlist für Nostalgiker_innen“. filmspleen

Ein weiterer Aspekt, der den Film besonders macht, ist seine Nähe zur „Brat Pack“-Generation – einer Gruppe junger Stars, die in den 1980er-Jahren das Teenie-Drama prägten. Schauspieler_innern wie Molly Ringwald, Andrew McCarthy und Jon Cryer wurden durch Filme wie „The Breakfast Club“ und „Sixteen Candles“ zu prägenden Gesichtern eines ganzen Jahrzehnts.

(Textverantwortlich: KE)
Pretty in Pink Still
Ein Virus kennt keine Moral & Kurzfilm: Schwestern der Revolution
24.04.

Hommage an Rosa von PraunheimRosa von Praunheim ist am 17. 12.2025 mit 83 Jahren in Berlin gestorben – auch ihm möchten wir mit einem besonderen Filmabend gedenken!Bis zuletzt aktiver und bedeutender Film- und Theaterregisseur, wichtiger Vertreter des „Neuen Deutschen Films“, wichtiger Aktivist der queeren Bewegung – nie angepasst, nie bequem und nie leise.So auch in „Ein Virus kennt keine Moral„:Hurra, wir leben noch“, singt die Schwulenband „Die Bermudas“ auf einem Tuntenball – ein trotzig-ironischer Auftakt zu Rosa von Praunheims greller Filmsatire.Im Mittelpunkt stehen der reaktionäre Saunabesitzer Rüdiger Kachinski (gespielt von Rosa v. Praunheim) und Christian Kesten, Student der Kirchenmusik, der sich aufopferungsvoll um seinen an Aids erkrankten Lebensgefährten kümmert. Die Therapeutin Tomalik-Samenkorn (Ina Blum), die Todesmeditationen für Aids-Kranke anbietet, die Reporterin Carola Schrecksch, die inkognito die Schwulenszene ausspioniert. Und Prof. Dr. Blut vom „Institut für Seuchen, Pest und Tod“ kommt angesichts der goldenen Zeiten für die Pharmaindustrie ins Schwärmen…Der Film entstand als Reaktion auf die gesellschaftliche Panik, die Mitte der 1980er Jahre bei Bekanntwerden von dem HI-Virus ausbrach. „(…) mit grellen Einfällen und einem makabren Rundumschlag (…).“ Rosa von Prauheim

Und wir zeigen den avantgardistischen Kurzfilm „Schwestern der Revolution“ (BRD 1969, digital, 20 Min.)Darsteller_innen: Carla Aulaulu, Hannes Flütsch, Luzi Kryn, Werner Schroeter, Dietmar Kracht u.a.Die „Schwestern der Revolution“ ist eine Kampftruppe von Homosexuellen, die sich für die Befreiung der Frau einsetzt. Dietmar, der die Unterdrückung und Hilflosigkeit der Frau nachspielt, weiß seinen Protest nur in den einen Satz zu kleiden: „Ich will kein Osterhase sein, obwohl ich sensibel und anlehnungsbedürftig bin„.

(Textverantwortlich: KE)

Ein Virus kennt keine Moral & Kurzfilm: Schwestern der Revolution Still