Bielefeld-Premiere! Q & A mit der Filmemacherin per Digital-Schalte!
Die Sierra Sur im mexikanischen Bundesstaat Oaxaca ist der Schauplatz dieser Coming of Age-Story. Im abgelegenen Bergdorf La Raya wächst die elfjährige Sotera bei Verwandten auf. Ihre Mutter lebt schon lange als Arbeitsmigrantin in den USA. Als Sotera zusammen mit ihrem Freund Erick eines Tages einen nagelneuen Kühlschrank findet, wittern die Kinder ihre Chance, endlich an Geld zu kommen. Mit dessen Zauberkräften hat allerdings niemand gerechnet. Und so stellt ein banales Haushaltsgerät nicht nur den ganzen Ort auf den Kopf, sondern bringt auch Soteras lang gehegten Plan ins Wanken, ihrer Mutter zu folgen.
Das Dorf im Film heißt eigentlich Cieneguilla. Hier wurde Yolanda Cruz 1975 als Angehörige des Chatino-Volks geboren und ging dann als Teenager mit ihrer Familie in die USA. Später studierte sie Film an der UCLA. Bereits 2010 – als Fellow am Sundance Institute – war bei ihr die Idee zu „La Raya“ entstanden, ihrem zweiten Spielfilm, für den sie die Ariel-Preisträgerin Mónica del Carmen als Darstellerin gewinnen sollte. Mit „La Raya“ kehrt Yolanda Cruz außerdem – 14 Jahre nach ihrem ersten, persönlichen Besuch! – per Schalte ins Offkino zurück. Damals hatte sie „2501 Migrants“ präsentiert, eine Doku über den ebenfalls aus Oaxaca stammenden Künstler Alejandro Santiago und dessen wahnwitzig-monumentales Skulpturenprojekt. Für “La Raya“ wählte Yolanda Cruz das Format der Komödie, denn Humor sei „eben auch ein Wesenszug unserer Community“, betonte sie bei der Filmpremiere.
Die Filmpatin: Ich verfolge Yolanda Cruz‘ Arbeit seit 18 Jahren. Stets aufs Neue begeistert mich die ästhetische Qualität ihrer Filme und ihre Leichtigkeit beim Vermitteln schwerer Themen und im Umgang mit Menschen vor der Kamera, die sie mit großer Zuneigung, ohne Kitsch und lebensecht zeigt.
(Textverantwortlich: AR)