Unsere Filme im Mai - Alles nur geklaut
Bound – Gefesselt
24.05.

For me, stealing’s always been a lot like sex.” Corky

Violet, eine Mafia-Geliebte, und Corky, frisch aus dem Gefängnis entlassen, wollen der Chicagoer Mafia 2 Millionen Dollar abluchsen. Der Plan scheint perfekt, aber Violets Freund Caesar macht ihnen einen Strich durch die Rechnung und es beginnt ein Katz-und-Maus-Spiel zwischen den Dreien – um Geld, Leben und Liebe, denn die zwei Frauen verbindet mehr als nur den Diebstahl. Hier gibt es alles, was das Genre-Liebhaber_innen-Herz begehrt: Geld, Gewalt, lesbischer Sex und wunderbare italienisch-amerikanische Akzente.
In dem Regiedebüt der Wachowskis wird mit einem kleinen Budget eine große Wirkung erzielt. Der Neo-Noir Thriller spielt fast ausschließlich in einem Chicagoer Apartmentkomplex und lässt nur wenige Charaktere auftreten, was dem Film ein beengendes Kammerspiel-Feeling gibt. Die Wachowskis bedienen sich reichlich am Film Noir der 1940er und Gangsterfilmgenre der 1970er und bieten dem Publikum eine wunderbare Mischung aus Genre-Stereotypen und Subversionen, welche von den Schauspieler_innen liebevoll überzogen gespielt werden – sei es Violet als verführerische Femme Fatale oder Caesar als schmieriger Mafioso. Matrix-Kenner_innen werden an einigen Stellen sicherlich auch Bill Popes Kameraführung wiedererkennen, dessen Kamerafahrten über Wände und auf Telefonen und ihren Schnüren auch hier zu finden sind.
Außerdem sticht „Bound“ durch sein unglaublich erotisches Flair hervor. Die Beziehung von Violet und Corky ist der Mittelpunkt der Geschichte und das Motiv von Nässe und Fingern zieht sich durch den ganzen Film. Die lesbische Beziehung ist keine heterosexuelle Fantasie, im Gegenteil, sie wurden von der Feministin Susie Bright choreografiert und auch das spätere Coming-Out der Wachowskis lässt uns die queeren Themen des Filmes, wie z.B. das des ‚closet‘, anders sehen als das damalige Publikum. „Bound“ gewann 1997 den GLAAD Media Award und wurde für weitere LGBTQ-Awards nominiert.

(Textverantwortlich: LF)

Bound – Gefesselt Still
Ocean’s Eleven
31.05.

Elf Gauner müsst ihr sein.
Nach einer mehrjährigen Haft wegen Diebstahls setzt Danny Ocean gerade die ersten Schritte in die Freiheit (Entlassung auf Bewährung), da plant er schon seinen nächsten Coup. Seinem Freund Rusty unterbreitet er einen raffinierten Plan, um nicht ein, nicht zwei, sondern gleich drei Casinos in einer Nacht auszurauben. Um diesen Plan über die Bühne zu bringen, benötigt es natürlich mehr Manpower, und so machen sich die beiden daran rasch ein elfköpfiges Team aus Spezialisten zusammenzustellen. Was soll jetzt noch schief gehen? Das fragt sich auch Rusty, der hinter Dannys Motivation für den Raubzug mehr wittert als nur das Geld und den Spaß an der Sache. Zufälligerweise gehören nämlich alle drei der anvisierten Casinos dem Las Vegas-Tycoon Terry Benedict, der sich während Dannys Haft mit dessen Noch-Ehefrau Tess liiert hat…

„Remake der Gaunerkomödie „Frankie und seine Spießgesellen“ (1960), das mit einem bestechenden Darsteller-Ensemble aufwartet und von inszenatorischer Meisterschaft zeugt. In der Bescheidenheit, nicht mehr als perfekte Unterhaltung bieten zu wollen, liegt die außergewöhnliche Leistung des raffiniert komponierten Films.“ filmdienst.de

Die Deutsche Film- und Medienbewertung in Wiesbaden verlieh dem Film das Prädikat „wertvoll“ mit der Begründung: „[Ein] raffiniertes Gaunerstück, präzise und absolut cool in Szene gesetzt, das nicht nur dem betroffenen Casino-Besitzer Hochachtung abverlangt. […] Kein geringerer als Oscar-Preisträger Steven Soderbergh garantierte vielmehr eine auf viel höherem Niveau angesiedelte Geschichte, deren Vorzüge in brillanten darstellerischen Leistungen und ausgefeilten Dialogen zu finden sind […] Und, was besonders zu erwähnen sei: trotz der knisternden Spannung passt sich die musikalische Begleitung wohltuend zurückgenommen dem kühl geplanten und ebenso ruhig durchgeführten Raubfeldzug der 12 Verschworenen an.“

Die stylische Komödie überzeugte dermaßen, dass kurz darauf zwei Sequels („Ocean’s 12/Ocean`s Twelve“, „Ocean’s 13/Ocean`s Thirteen“) folgten, bei denen Steven Soderbergh ebenfalls Regie führte. Ein Ableger mit rein weiblicher Besetzung („Ocean’s 8/Ocean`s Eight“) von Gary Ross erschien im Jahr 2018 in den Kinos.

(Textverantwortlich: LV)

Ocean’s Eleven Still
Unsere Filme im Juni - Auf Abwegen
The Wanderers – Terror in der Bronx
07.06.

Weitere Infos folgen bald!

The Wanderers – Terror in der Bronx Still
Perpetrator (& Kurzfilm: White Trash Girl: The Devil Inside)
14.06.

Bielefeld-Premiere

Die taffe Jonny ist unerschrocken, geradeheraus, knackt Schlösser mit links und scheint ganz gut für sich sorgen zu können. Ihrem alleinerziehenden Vater steckt sie Geld für die Miete zu. Die Beziehung der beiden ist brüchig und doch seltsam symbiotisch. Der überforderte Vater entscheidet sich, Jonny zu einer entfernten Tante zu schicken. Doch auch in der Obhut der strengen Hildie kommt der Teenager nicht zur Ruhe. Zu ihrem 18. Geburtstag bekommt Jonny einen Kuchen, gebacken nach magischem Familienrezept, der eine radikale Metamorphose auslöst. An ihrer neuen Schule verbreiten die ständigen Amok-Notfall-Übungen eine angespannte Atmosphäre und bald werden dort fünf Mädchen vermisst. Von ihrem Verschwinden auf unerklärliche Weise angezogen begibt sich Jonny auf Spurensuche, und eine blutgetränkte Coming-of-Age-Geschichte nimmt ihren Lauf.

Ich freue mich, dass wir mit dem aktuellen Film „Perpetrator“ endlich ein Werk der US-amerikanischen Filmemacherin Jennifer Reeder auch im Offkino präsentieren, der sich dadurch auszeichnet, einen düsteren, queer-feministischen Genre-Mix aus Body Horror, Gore und Mystery bereitzuhalten. Wie schon in früheren Werken von Reeder blickt sie dabei vor allem durch die Augen ihrer jungen Protagonistinnen, die der verdrehten Welt der Erwachsenen mit bissigem Humor und ungebrochenem Gerechtigkeitssinn Momente der Leichtigkeit und Solidarität abtrotzen.
(Textquelle: Berlinale.de)

Vor „Perpetrator“ können wir außerdem noch Reeders Indie-Kurzfilm „White Trash Girl: The Devil Inside“ (USA 1996, 8 Min., digital, OV) zeigen, der der erste Teil der Serie „Clit-o-matic: The Adventures of White Trash Girl!“ ist.
White Trash Girl kommt in unsere Welt und erlangt ihre Superkräfte, mit denen sie und ihre Bande die misogyne Männerwelt das Fürchten lehrt.

Trigger-/Contentwarnung

(Textverantwortlich: KE)

Perpetrator (& Kurzfilm: White Trash Girl: The Devil Inside) Still
Aristoteles und Dante entdecken die Geheimnisse des Universums
21.06.

Weitere Infos folgen bald!

Aristoteles und Dante entdecken die Geheimnisse des Universums Still
Kaltblütig
28.06.

Weitere Infos folgen bald!

Kaltblütig Still
Unsere Filme im Juli - Auf Abwegen (Teil 2) || SOMMERPAUSE ab dem 19.07.
Die verlorene Ehre der Katharina Blum
05.07.

Weitere Infos folgen bald!

Die verlorene Ehre der Katharina Blum Still
Silvia Prieto (Regisseur am Filmabend anwesend!)
12.07.

Wir freuen uns riesig, dass der Regisseur, Martín Rejtman, am Filmabend anwesend und zu einer Q & A zur Verfügung stehen wird! Sprachen: Englisch, Spanisch, Deutsch (nach Bedarf wird übersetzt).

Eine Kooperation mit CALAS Maria Sybilla Merian Center for Advanced Latin American Studies und CIAS Center for InterAmerican Studies / Centro de Estudios Interamericanos, Universität Bielefeld.

Weitere Infos folgen bald.

(Textverantwortlich: AR)

 

Silvia Prieto (Regisseur am Filmabend anwesend!) Still
Unsere Filme im August - SOMMERPAUSE! Am 06.09. geht`s weiter :)