Unsere Filme im Februar - Nippon
Funeral Parade of Roses
10.02.

Die Dragqueens Eddie und Leda buhlen um die Gunst des Nachtclubbesitzers und Dealers Gonda, der sich schließlich für Eddie entscheidet. Leda begeht Selbstmord. Eddie sehnt sich gleichzeitig nach ihrem Vater, der früh die Familie verlassen hatte. Sie ermordet ihre Mutter und deren Liebhaber um später festzustellen, dass ihr Liebhaber Gonda ihr Vater ist, der sich als er dies herausfindet umbringt.

Der Film ist eine Interpretation der Ödipus-Sage, in Abwandlung zum Original liebt hier der Sohn den Vater. In seiner aufgebrochenen Struktur ist „Funeral Parade of Roses“ ein einzigartiges audio-visuell abstraktes und gleichzeitig explizites, politisches und assoziatives Dokument, das den Geist der 1960er-Jahre atmet. Der Film begründete Japans New Wave und ist bis heute ein zeitloses, vitales, lebensnahes und modernes Kunstwerk.

Funeral Parade of Roses ist ein Kultfilm des gefeierten japanischen Regisseurs Toshio Matsumoto, der Sophokles’ Ödipusfigur in Tokios Schwulenmilieu der 1960er Jahre transferiert. Der Regisseur kreiert eine radikale und sarkastische Parodie des antiken Stoffes und setzte durch den Bruch mit ästhetischen und politischen Konventionen nicht nur einen Meilenstein in Japans Queer Cinema, sondern beeinflusste auch maßgeblich Stanley Kubricks filmisches Meisterwerk A Clockwork Orange.“ Japanisches Kulturinstitut

(Textverantwortliche: KE)

Funeral Parade of Roses Still
Im Reich der Sinne
17.02.

Triggerwarnung: In diesem Film gibt es explizite Darstellung oder Erwähnung körperlicher, psychischer und sexualisierter Gewalt.

Ich bin ein Freund vom kontroversen Kino. Häufig sind die von mir kuratierten Filme sperriger Natur, wirken verstörend bis zerstörend oder sind gar indiziert. So auch Nagisa Oshimas „Im Reich der Sinne“. Oshimas Filme hatten es schwer einen hiesigen Verleih zu finden. Das änderte sich schlagartig, als im Sommer 1976 die Berliner Staatsanwaltschaft „Im Reich der Sinne“ nach seiner ersten Vorführung auf der Berlinale beschlagnahmte. Nach Pasolinis „Die 120 Tage von Sodom“, der zweite internationale Film der von Seiten der Anwälte einkassiert wurde. 1977 wurde das Gerichtsurteil zurückgenommen. „Im Reich der Sinne“ erhielt von der Filmbewertungsstelle das Prädikat „besonders wertvoll“. 1978 kam der Film ungekürzt in die deutschen Kinos. Aber schon vor der eigentlichen Uraufführung hatte Oshima erhebliche Schwierigkeiten seinen Film zu vollenden. Nur mit Hilfe des französischen Koproduzenten konnten die in Japan gedrehten Negativaufnahmen nach Frankreich geschafft werden. Wo sie dann letztendlich kopiert und geschnitten werden konnten. In Japan darf der Film bis heute nicht öffentlich gezeigt werden. Aber worum geht es?

Die Geschichte basiert auf einer wahren Begebenheit aus dem Jahr 1936. Die Geisha Sada und ihr Herr, der Bordellbesitzer Kichizo, verlieben sich ineinander. Kichizo verläßt seine Familie, um nur mit Sada zusammen zu sein. Ihre Liebe wird so groß und grenzenlos, das Kichizo alles tut was Sada von ihm verlangt. Beide begeben sich in eine Ort-, Stand- und Stunde- auslöschende Liebes-Isolation.

Nagisa Oshima zählt zu den wichtigsten und bekanntesten Regisseuren Japans. Seit den 50er Jahren gibt er dem Kino seines Heimatlandes neue Impulse und setzt sich in seinen Werken sowohl mit der Gesellschaft im modernen Japan der Nachkriegszeit als auch mit den traditionellen Konventionen und Tabus – insbesondere Sexualität und Gewalt – kritisch auseinander.“ arte

(Textverantwortlicher: JU)

Im Reich der Sinne Still
Away – Vom Finden des Glücks, Live-Vertonung: We Stood Like Kings
24.02.

Kartenvorverkauf beginnt Anfang Februar. Karten gibt es dann bei uns Freitags an der Abendkasse, oder über den Shop der Kapitäne.

Eintritt: 12 €/ ermäßigt 10 €.

Yeah. Heute sind ein weiteres Mal die belgischen Postrocker_innen „We Stood Like Kings“ bei uns zu Gast. Wie immer in Kooperation mit unserem Bielefelder Lieblings-Plattenlabel „Kapitän Platte“.

Nach „Berlin – Sinfonie einer Großstadt“ und „USSR 1926 – Ein Sechstel der Erde“, „USA 1982 – Koyaanisqatsi“ heißt das neue Projekt „Away“. Kapitän Platte schreibt dazu: „the band goes back to cinema with a new live soundtrack project dedicated to the recent silent 3D animation movie „Away“ by the young latvian director Gints Zilbalodis. The AWAY 2019 project is the daring meeting between We Stood Like Kings’ music – now refined, textural, then epic and intense: think Pink Floyd, Chopin and Mogwai all mixed-up– and Gints Zilbalodis’ first feature film, an exceptional cinematic effort picturing the journey of a young boy trying to get back home while being followed by a big black monster. On this new album sounding more post-rock than ever, We Stood Like Kings manages to render both the tense and risky atmosphere of the boy’s adventure and the emotional ups-and-downs he goes through on this precarious journey“. Als Bonbon gibt’s heute Abend das Vinylrelease von „Away“. Wir freuen uns…..

Pressestimmen zum Film:
„Die Ästhetik trägt nur noch mehr zur seltsamen und absorbierenden Kraft des Films bei und schafft eine hypnotisierende Atmosphäre, die uns in ihren besten Momenten zu verzaubern vermag.“ Hollywood Reporter

„Ein wundervolles, wortloses, animiertes Werk von heller Einfachheit und subtiler Raffinesse.“ CINEUROPA

(Textverantwortlicher: JU)

 

 

Away – Vom Finden des Glücks, Live-Vertonung: We Stood Like Kings Still