Der US-Soldat John Boyd (Guy Pearce) wird während des Mexikanisch-Amerikanischen Krieges 1846 in die Sierra Nevada strafversetzt. Die dortigen Soldaten finden einen halb erfrorenen Mann (Robert Carlyle), der sich Colqhoun nennt und ihnen von einem Horror-Trip erzählt: Seine Gruppe, die auf dem Weg gen Westküste war, verirrte sich und der bösartige Colonel Ives verfütterte, als die Lebensmittel knapp wurden, nach und nach die Mitreisenden, darunter auch Frauen und Kinder, an den Rest der Gruppe. Solch Barbarei können die wackeren amerikanischen Soldaten natürlich nicht auf sich sitzen lassen. Ab geht’s auf einen gefährlichen Treck in die Berge, um die möglichen Überlebenden zu retten – trotz der Warnungen von George, dem „Indian Scout“, vor dem Wendigo-Mythos. Dieser besagt, dass jede_r, der/die menschliches Fleisch konsumiert, die Stärke des Opfers in sich aufnimmt und fortan unersättlich danach wird. Auch Colqhoun benimmt sich immer verdächtiger und bald ist Boyd in einem gefährlichen Katz-und-Maus-Spiel gefangen.
„Ravenous“ ist ein kleines, kultiges Horror-Juwel. Mit einem bitterschwarzen Humor bearbeitet der Film ein doch sehr ernstes Thema. „Ravenous is a movie about America, and is there a better monster for the era of Manifest Destiny which saw white settlers murder, consume, and cannibalize the existing land for their own satisfaction?“, schreibt Ziah Grace im „Hyperreal Film Journal“. Pearce und Carlyle spielen wunderbar gegen- und miteinander und lassen so den homoerotischen Subtext schon fast Text werden. Mit dem FSK 18-Label des zeitweise indizierten Films gibt’s für Horror- und Practical Effects Fans natürlich einiges Grausiges zu sehen. Rache geht, wie die Liebe, eben durch den Magen.
(Textverantwortlich: LF)
