Bielefeld-Premiere!
„Für Wanda gibt es ein Publikum. (…) Man muß es nur finden und es darauf aufmerksam machen, daß es diesen Film gibt.“ Marguerite Duras
Eine Frau, Wanda Goronski (Barbara Loden), streift scheinbar ziellos durchs ländliche Pennsylvania. Hinter sich lässt sie einen Mann, der die Scheidung einreichte, ihren prekären Job in der Fabrik, ihre Kinder. Um sich herum: Industriegebiete, Ödnis, Shopping Malls, Parkplätze, heruntergekommene Bars – erschütternde Alltäglichkeit, pseudodokumentarisch schlicht in Szene gesetzt. Ein Ziel ist erstmal nicht in Sicht – Wanda driftet durch das amerikanische Hinterland, begegnet Männern, die sie aufgabeln und wieder verlassen. Bis sie auf den Kleinganoven Mr. Dennis (Michael Higgins) trifft und beide den gleichen Weg einschlagen, zwischen kleinen Betrügereien und größeren Plänen.
Bei den Filmfestspielen in Venedig gewann „Wanda“ 1970 den Kritikerpreis. Danach wurde es still um den Film, der seinerzeit nur wenige Aufführungen erhielt und später nur vereinzelt an einigen Colleges oder Festivals lief. Er verschwand schnell aus dem Bewusstsein der Öffentlichkeit und wurde spätestens seit den 1990er Jahren wieder breiter als feministischer Film diskutiert. Nachdem 2007 zufällig die Filmdosen mit dem originalen Filmmaterial kurz vor dem Schreddern entdeckt und gerettet werden konnten, wurde der Film restauriert. Ein systematisches Kinorelease gibt es erst jetzt und somit freuen wir uns riesig, „Wanda“ auch erstmalig in Bielefeld zeigen zu können!
„Wanda ist ein Film ohne Telos, ohne Heldin oder Held, aber mit einem ungemein klaren Blick auf seine Hauptfigur. Ein Blick, der von einer intimen Kenntnis, einem tiefen Verständnis zeugt.“ Annette Brauerhoch, critic.de
(Textverantwortlich: KK)