„Ernest Coles Bilder zurück in die Öffentlichkeit zu bringen heißt, ihm endlich die Stimme wiederzugeben, die ihm zu Lebzeiten systematisch genommen wurde.“ Raoul Peck, bei der Filmvorstellung, 2024
Mit „Ernest Cole: Lost and Found“ präsentiert Raoul Peck („I Am Not Your Negro“, „Sometimes in April“) ein beeindruckendes filmisches Porträt eines Mannes, dessen Bilder zu den eindringlichsten Zeugnissen des südafrikanischen Apartheid-Regimes gehören. Nachdem jahrzehntelang verschollen geglaubte Negative des Fotografen Ernest Cole wiederentdeckt wurden, rekonstruiert Peck nicht nur Coles künstlerisches Leben, sondern auch seine innere Zerrissenheit zwischen Exil, Aktivismus und dem unermüdlichen Drang, die Realität sichtbar zu machen.
Er verweilt mit großer Sorgfalt auf Coles kompromisslosem Blick auf den allgegenwärtigen Rassismus in Südafrika zu Zeiten der Apartheid und dem viel existentielleren Rassismus in den USA, wohin Cole ins Exil geflohen ist. Doch die Verheißung von Freiheit und Sicherheit dreht sich für Cole ins Gegenteil: „In South Africa I was afraid to be arrested, in the United States I was afraid to be killed.“
„Ernest Cole: Lost and Found“ ist ein Film über Verlust und Wiederentdeckung – und über die Macht der Fotografie. Raoul Peck öffnet eine intime Perspektive auf den Menschen hinter der Kamera – einen Künstler, dessen Werk radikal politisch war und dessen Vermächtnis auch heute noch nichts an seiner Wirkung verloren hat.
(Textverantwortlich: VV)
