Unsere Filme im August - SOMMERPAUSE bis zum 31.08.
Unsere Filme im September - Rache
Pulp Fiction
04.09.

In Los Angeles kreuzen sich die Wege mehrerer Figuren aus der Unterwelt. Gangsterboss Marsellus Wallace schickt seine Auftragskiller Jules und Vincent auf eine gefĂ€hrliche Mission. Außerdem beauftragt er Vincent, einen Abend mit seiner Frau Mia zu verbringen. Parallel dazu widersetzt sich der Boxer Butch einer Abmachung mit Marsellus und setzt damit eine Kette folgenschwerer Ereignisse in Gang. ErgĂ€nzt werden die Geschichten durch das GangsterpĂ€rchen Pumpkin und Honey Bunny, deren Überfall auf ein Diner den Film sowohl eröffnet als auch abschließt.

„Pulp Fiction“ ist weit mehr als ein gewöhnlicher Gangsterfilm und schlug 1994 ein wie eine kleine Bombe. Quentin Tarantino erzĂ€hlt mehrere miteinander verflochtene Geschichten in einer ungewöhnlichen, nichtlinearen Struktur, die den Film bis zum Ende spannend und abwechslungsreich macht. Die Mischung aus pointierten Dialogen, schwarzem Humor, skurrilen Figuren und ĂŒberraschenden Wendungen verleiht ihm einen unverwechselbaren Stil und Kultstatus. Dazu kommt ein legendĂ€rer Soundtrack, angefĂŒhrt vom Surf-Rock-Klassiker „Misirlou“ von Dick Dale & His Del-Tones, der die ikonische Eröffnungssequenz perfekt untermalt. Ebenso trĂ€gt der hervorragende Cast zum Erfolg des Films bei – darunter Samuel L. Jackson, Uma Thurman, Bruce Willis, Tim Roth, Amanda Plummer und John Travolta, der in der Rolle des Vincent Vega mit einer ebenso lĂ€ssigen wie selbstironischen Performance gleichzeitig auch sein Comeback feierte.

Obwohl „Pulp Fiction“ mit einem vergleichsweise kleinen Budget produziert wurde, entwickelte sich der Film weltweit zu einem großen Kinoerfolg. Er machte Quentin Tarantino endgĂŒltig zum internationalen Star und beeinflusste zahlreiche spĂ€tere Filme. Bis heute gilt „Pulp Fiction“ als ikonischer Klassiker, der das Gangstergenre und das moderne Kino nachhaltig geprĂ€gt hat.Bei uns im OFFKINO auf 35mm und in der Originalfassung!

(Textverantwortlich: KE)

Pulp Fiction Still
Die Frau mit der 45er Magnum
11.09.

Die Hauptfigur Thana (Zoë Lund) ist eine junge, stumme NÀherin in New York. Sie wird innerhalb kurzer Zeit zweimal Opfer sexualisierter Gewalt. Danach nimmt sie eine Pistole und beginnt, MÀnner zu töten, die sie als Bedrohung wahrnimmt.
Abel Ferrara, Regisseur, Drehbuchautor und Produzent, gilt als einer der radikalsten Vertreter des amerikanischen Independent Kinos. New York wurde fĂŒr ihn nicht nur zum Produktionsort, sondern zu einem wesentlichen Bestandteil seiner Filmsprache. Die Stadt erscheint bei Ferrara hĂ€ufig dĂŒster, brutal und provokant. Themen wie Schuld, Religion, Sucht, Gewalt und Erlösung ziehen sich durch seine Filme, etwa in “The Addiction“, “Bad Lieutenant“, “Driller Killer“ oder eben “Ms. 45“. Letztgenannter gehört zum amerikanischen Exploitation- und Rachekino der frĂŒhen 1980er, geht aber deutlich ĂŒber reine Genre-Unterhaltung hinaus. So verbindet der Film Elemente des Genres mit sozialkritischen und psychologischen Motiven. Im Zentrum stehen dabei Fragen nach weiblicher Ohnmacht, sexualisierter Gewalt, SelbstermĂ€chtigung und der zerstörerischen Wirkung von Gegengewalt.
ZoĂ« Lund’s Rolle als Thana ist außergewöhnlich, weil sie den gesamten Film ĂŒber nicht spricht und somit Trauma, Angst, Wut und ihre zunehmende Entschlossenheit wesentlich ĂŒber Körper, Gesicht und Blick vermittelt werden. Sie ist zwar eine von einem mĂ€nnlichen Regisseur geschaffene Figur, wurde aber von einer sehr eigenstĂ€ndigen jungen KĂŒnstlerin verkörpert, die selbst spĂ€ter als Autorin arbeitete.
Die Wissenschaftlerin und Filmkritikerin Alexandra Heller-Nicholas weist darauf hin, dass, obwohl „Ms.45“ bei seinem Release durchaus umstritten war, der Film mittlerweile als bedeutender feministischer Kultfilm verstanden wird.

(Textverantwortlich: JU)

Die Frau mit der 45er Magnum Still
Ravenous – Friss oder Stirb
18.09.

Der US-Soldat John Boyd (Guy Pearce) wird wĂ€hrend des Mexikanisch-Amerikanischen Krieges 1846 in die Sierra Nevada strafversetzt. Die dortigen Soldaten finden einen halb erfrorenen Mann (Robert Carlyle), der sich Colqhoun nennt und ihnen von einem Horror-Trip erzĂ€hlt: Seine Gruppe, die auf dem Weg gen WestkĂŒste war, verirrte sich und der bösartige Colonel Ives verfĂŒtterte, als die Lebensmittel knapp wurden, nach und nach die Mitreisenden, darunter auch Frauen und Kinder, an den Rest der Gruppe. Solch Barbarei können die wackeren amerikanischen Soldaten natĂŒrlich nicht auf sich sitzen lassen. Ab geht’s auf einen gefĂ€hrlichen Treck in die Berge, um die möglichen Überlebenden zu retten – trotz der Warnungen von George, dem „Indian Scout“, vor dem Wendigo-Mythos. Dieser besagt, dass jede_r, der/die menschliches Fleisch konsumiert, die StĂ€rke des Opfers in sich aufnimmt und fortan unersĂ€ttlich danach wird. Auch Colqhoun benimmt sich immer verdĂ€chtiger und bald ist Boyd in einem gefĂ€hrlichen Katz-und-Maus-Spiel gefangen.

„Ravenous“ ist ein kleines, kultiges Horror-Juwel. Mit einem bitterschwarzen Humor bearbeitet der Film ein doch sehr ernstes Thema. „Ravenous is a movie about America, and is there a better monster for the era of Manifest Destiny which saw white settlers murder, consume, and cannibalize the existing land for their own satisfaction?“, schreibt Ziah Grace im „Hyperreal Film Journal“. Pearce und Carlyle spielen wunderbar gegen- und miteinander und lassen so den homoerotischen Subtext schon fast Text werden. Mit dem FSK 18-Label des zeitweise indizierten Films gibt’s fĂŒr Horror- und Practical Effects Fans natĂŒrlich einiges Grausiges zu sehen. Rache geht, wie die Liebe, eben durch den Magen.

(Textverantwortlich: LF)

Ravenous – Friss oder Stirb Still
Die Teuflischen
25.09.

Knabeninternat, Frankreich, Provinz: Alle hassen Schulleiter Michel – tyrannisch, sadistisch, geizig, ein Trinker und Frauenheld. Dabei hat er sich ins gemachte Nest gesetzt – Christina, Michels Frau, hatte die Schule mit in die Ehe gebracht. TagtĂ€glich wird die schĂŒchterne, krĂ€nkliche Frau seither von ihm vor den Augen aller gedemĂŒtigt. Auch sein VerhĂ€ltnis mit der toughen, attraktiven Lehrerin Nicole gehört dazu. Doch auch Nicole reicht’s irgendwann, und so ĂŒberredet sie Christina, gemeinsam Rache zu nehmen


„Besessen“ und „perfektionistisch“ nennt ihn das Ray Filmmagazin. Obsessionen waren auch ein wiederkehrendes Motiv im Werk Henri-Georges Clouzots. Er war einer der Paten des Film Noir, noch bevor dieser Begriff in den spĂ€ten 1940ern von der französischen Filmkritik in Umlauf gebracht wurde. Höchst umstritten war der Umstand, dass Clouzots dĂŒstere LangfilmdebĂŒts von 1942 und â€Č43 von den deutschen Besatzern produziert worden waren. Unbestritten bleibt der filmhistorische Rang und populĂ€rkulturelle Einfluss von Werken wie „Der Rabe“ (1943), „Lohn der Angst“ (1953) oder eben von „Die Teuflischen“ (1955), die obendrein mit einem Prototyp des tĂŒddelig-ausgebufften Ermittlers Ă  la Columbo aufwarten. Clouzot hatte schon in den 1940ern mit dem Schauspieler und ĂŒberzeugten Kommunisten Yves Montand zusammengearbeitet, spĂ€ter auch mit Simone Signoret, dessen gleichgesinnter Frau. In „Die Teuflischen“ heckt sie als Nicole an der Seite von Clouzots Ehefrau VĂ©ra Schlimmes aus.

„Die Teuflischen“ war ein Publikumsschlager und wurde mit internationalen Preisen ausgezeichnet. 1996 gab’s ein weniger ĂŒberzeugendes, wenn auch toll besetztes Remake mit Isabelle Adjani, Sharon Stone, Chazz Palminteri und Kathy Bates.

(Textverantwortlich: AR)

Die Teuflischen Still
Unsere Filme im Oktober - KĂŒnstler_in