Unsere Filme im Oktober - Wohnen
Extra-Termin: Mr. Gay Syria // mit Gast!
18.10.

Eintritt frei!

Mahmoud Hassino, einer der Hauptprotagonisten, wird an dem Filmabend per Skype für ein Filmgespräch zur Verfügung stehen!

Dieser Filmabend findet in Kooperation mit dem AK Asyl e.V. aus Bielefeld statt, ein Verein, der seit 2006 Geflüchtete parteilich berät und unterstützt.

Mit freundlicher Unterstützung des AStA der Universität Bielefeld.

**

Mahmoud ist ein Journalist aus Damaskus und der Gründer des ersten Schwulen-Blogs in Syrien. Nach seiner Flucht erhält er Asyl in Deutschland, lebt in Berlin und arbeitet dort für die Schwulenberatung. Der Friseur Husein lebt in Istanbul, wohin er mit seiner Familie aus Aleppo geflohen ist. Die beiden verbindet der Traum, als Syrer erstmals am Wettbewerb „Mr. Gay World“ teilzunehmen. Davon erhoffen sie sich, international Aufmerksamkeit für das Schicksal schwuler Geflüchteter zu wecken und ein Zeichen für Menschenrechte und gegen Homophobie zu setzen. Husein sehnt sich außerdem danach, in einer Gesellschaft zu leben, die ihn akzeptiert.

„Mr Gay Syria“ ist ein hochaktueller Film über Homophobie und Flucht und über den Mut, die Beständigkeit und den Humor der Protagonisten. Der Film wurde bisher auf über 45 Festivals gezeigt und mit zwölf internationalen Preisen ausgezeichnet, u.a. der Human Rights Award / SARAJEVO INT. FILM FESTIVAL, Silver Hugo / CHICAGO INTERNAT. FILMFESTIVAL, Grand Prix / LGBT-FESTIVAL CHÉRIES CHÉRIS PARIS, Special Mention for Human Rights / VERZIO HUMAN RIGHTS FILMFESTIVAL.

Der Film läuft im Original (arabisch, türkisch, englisch) mit deutschen Untertiteln.

Extra-Termin: Mr. Gay Syria // mit Gast! Still
Kinokonzert: beißpony
19.10.

Eintritt: 8€, ermäßigt 7€
***

Bei beißpony stimmt die singende Nähmaschine zur Schreibmaschine ein. Piano und Gesang treffen auf die Geräuschkollagen eines Spielzeugorchesters, während das rauhe Schlagzeug zum Kontratanz auffordert. In Oxford entsteht das Songwriting und im Münchner Mediendienst Leistungshölle werden Kostüme, Videos und Geräuschkompositionen entwickelt.

Kennengelernt haben sich die beiden Bandmitglieder (Medienkünstlerin Stephanie aka rag*treasure und Schriftstellerin Laura Melis) 2006 im Kafe Kult – der legendären Münchner Keimzelle für Punk, Hardcore und experimentelle Musik. 2013 erschien das Debut Album BRUSH YOUR TEETH bei ChicksOnSpeed Records. Seitdem ist das Duo ständig in Bewegung. Nach Auftritten in Rom und Antwerpen folgte im März 2016 eine Einladung zum SXSW Festival in Austin, Texas.
Im Herbst 2016 hat Stephanie RagRec gegründet, ein Label für Störsequenzen in Text, Ton und Bild. „Alligator Gozaimasu“ ist die erste Veröffentlichung auf dem hauseigenen beißpony Label – eine experimentelle Punk Platte mit Musiker_innen aus Japan, Südafrika, Brasilien und Hawaii. Laura hat in der Zwischenzeit „Bad Ass Snowwhite“ produziert, ihr aktuelles Solo-Album.
Stephanie war 2017 mit ihrer singenden Nähmaschine in Indonesien auf Tour und hat gemeinsam mit Klaus Erika Dietl Hörspielmusik für Elfriede Jelinek’s Stück „Licht im Kasten“ komponiert. Im Juli 2018 haben Klaus Erika, Laura und Stephanie mit ihrem Klangmobil „Sniffing Diamonds, Cutting Glue“ den Strand unter den Asphaltplatten Birminghams frei gelegt. Im engen Austausch mit Klaus Erika entstehen auch Plattencover, Musikvideos und Visuals.

Bei uns im OFFKINO wird es neben Live-Musik vom aktuellen Album BEASTS & LONERS auch Einblick in den beißpony-Bilderrausch geben!

http://beisspony.com/

Kinokonzert: beißpony Still
Seom – Die Insel
26.10.

Versteckt in den Wäldern Südkoreas liegt ein See von atemberaubender Schönheit. Nur wenige Farbtupfer durchdringen den märchenhaften Dunstschleier über dem Wasser. Es sind die buntbemalten Flöße der hier angelnden Urlauber. Das Paradies ist offensichtlich auf die Erde zurückgekehrt. Doch der Schein trügt. Die Bilderbuchlandschaft ist vor allem Anziehungspunkt für die lichtscheuen Gestalten. Die schweigsame Hee-Jin versorgt sie mit Werkzeug und Lebensmittel und bleibt für Geld auch mal über Nacht. Der zuletzt eingetroffene Gast ist auf der Flucht. Zwischen ihm und Hee-Jin entsteht eine bizarre Leidenschaft, aus der es für beide kein Entkommen gibt…

„The Isle“ machte den koreanischen Ausnahmeregisseur Kim Ki-Duk schlagartig auch in Deutschland berühmt und stellte so auf beeindruckende Art und Weise die innovative Kraft des jungen koreanischen Kinos unter Beweis. Die Bilder seiner brutal-zärtlichen Liebesgeschichte gehen unter die Haut und so schnell nicht mehr aus dem Kopf.

Nominiert für den Goldenen Löwen bei den Internationalen Filmfestspielen von Venedig.

Schönheit und schmerzenden Grausamkeit liegen in diesem meisterlich fotografierten Film dicht beieinander.“ AZ

Sprachlos wie die Akteure verläßt der Zuschauer diesen gewaltigen, gewalttätigen Film… .“ Der Schnitt

Seom – Die Insel Still
Unsere Filme im November - Essen
I Am Love
02.11.

Emma (Tilda Swinton) hat als Frau des Oberhauptes einer alteingesessenen Mailänder Modedynastie alles: sie ist reich, elegant und sorgenfrei. Mittlerweile auch Mutter dreier erwachsener Kinder, kommt sie routiniert und mit Anmut ihren gesellschaftlichen Verpflichtungen nach… bis sie dem Koch Antonio begegnet.

„Kulinarische Gaumenfreuden sind in „I Am Love“ nicht nur dekorativ angerichtet oder schmackhaft, sondern fungieren auch als Augenöffner, Statements und Artefakte der Selbstfindung.“ Ulf Lepelmeier
Das Kochen steht für die Natürlichkeit und Sinnlichkeit, die Emma genauso abgelegt hat, wie ihre eigene Vergangenheit. Doch eine exquisite Shrimps-Kreation auf einem Ratatouillebett entfacht ihren nach Selbstbestimmung strebenden Lebensgeist.

Tilda Swinton steht im Zentrum dieses Films und brilliert mit ihrem intensiven Spiel. Gemeinsam mit dem Regisseur hat sie dieses Familien- und Selbstfindungsdrama auch produziert und über sieben Jahre vorbereitet.
Guadagnino hat den Film „[…] mit einer ästhetischen Perfektion gezeichnet, die an die Arbeit von Luchino Visconti erinnert. Jede Szene, jedes Detail ist von großer inszenatorischer Schönheit, die dem materiellen Luxus entspricht und den unendlichen Narzissmus entlarvt, der die Reichen nährt. Die äußere Makellosigkeit dieser gesellschaftlichen Schicht ist so vollkommen, dass die Verwerfungen, die das innere Drama der Hauptfiguren hervorruft, so auffallen wie ein falscher Pli im Tischtuch: kaum wahrnehmbar, aber absolut irritierend.“ Wenke Husmann, Die ZEIT

„I Am Love“ zeigt Essen und Dramatik gleichsam sorgfältig portioniert und wurde u.a. in der Programmsektion „Kulinarisches Kino“ auf der Berlinale 2010 von Kritiker_innen und Publikum gefeiert.

I Am Love Still
Eat the Rich
09.11.

England, Ende der 1980er: Massenarbeitslosigkeit, Wirtschaftskrise und ein geradezu obszöner Unterschied zwischen Arm und Reich. Der gefeuerte Kellner des Nobel-Restaurants „Bastards“ will eine Revolution gegen das System starten. Eine wild zusammengewürfelte Rebell_innengruppe steht dann auch bald, mit Pfeil und Bogen bewaffnet, dem „Bastards“ auf der Matte. Und sie meinen ihr Motto „Eat the Rich“ durchaus ernst…
Den aktuell politischen Nebenschauplatz eröffnet der konservative, sexistische Innenminister Nosher Powell, der einen Wahlkampf á la „Einige Menschen in diesem Land sind sehr reich, aber die meisten von euch sind sehr, sehr arm. Und wisst ihr wieso? Weil ihr alle faule Säcke seid!“ führt. Dessen Wahl soll von einem KGB-Agenten verhindert werden.

Ähnlich „subtil“ wie der Sound von Motorhead ist auch der Humor dieser bösartigen, herrlich geschmacklosen Komödie: Kinder der 80er-Jahre werden sich in selige Monty Pythons, Spitting Image und Clever & Smart-Zeiten zurück versetzt fühlen. Soll heißen: Freunde des derben, makaberen, aber gleichzeitig auch politisch wachen Humors kommen voll auf ihre Kosten.“ Harald Ladstätter

Unter den Darsteller_innen finden sich viele bekannte Musiker_innen, unter anderem der Sänger und Bassist der Rockband „Motörhead“, Lemmy Kilmister, als Spider. Ebenfalls einen Auftritt hat Shane MacGowan, Frontmann der Folk-Punk-Band „The Pogues“. Dazu kommen Paul McCartney, Bill Wyman, Hugh Cornwell sowie Wendy O. Williams von der Punkband „Plasmatics“.

Lange danach gesucht: Wir freuen uns, endlich eine 35mm-Kopie dieser höchst unterhaltsamem Satire präsentieren zu können!

Eat the Rich Still
Picknick am Valentinstag
16.11.

Australien, 14. Februar 1900. Begleitet von zwei Lehrerinnen brechen die Mädchen einer Privatschule zum Hanging Rock auf, wo sie ein Picknick veranstalten wollen. Colonel Fritzhuber hat sich mit seiner Familie ebenfalls auf dem Felsmassiv niedergelassen. Erschöpft von der glühenden Hitze dösen die Rastenden ein. Bei Anbruch der Nacht sind eine der Lehrerinnen und drei Schülerinnen verschwunden. Nur eines der Mädchen wird nach einer groß angelegten Suchaktion gefunden – doch sie kann sich an nichts erinnern. Mysteriöse Vorfälle häufen sich…

Peter Weir erzählt eine düster-romantische und extrem verstörende Geschichte, die auf wahren Begebenheiten basiert. Dabei benutzt er eigentlich nur ein markantes Element, um eine absolut bedrohliche Atmosphäre aufzubauen: die Musik einer Panflöte. Zudem wirkt sein Film vor allem durch die Schönheit der australischen Natur wie ein Gemälde. In Kombination mit der Musik geradezu sinnlich, aber zutiefst erschreckend. Ein Meilenstein des australischen Kinos bzw. der gesamten Filmgeschichte. Regisseur Weir schaffte ohne Action, Schockeffekte und auch eigentlich ohne Spannungselemente einen Psychothriller, wie er schlimmer nicht sein könnte.

Die ersten beiden Episoden einer neuen Serienproduktion von „Picnic at Hanging Rock“ sind auf der 68. Berlinale im Februar 2018 uraufgeführt wurden.

Picknick am Valentinstag Still
Kinokonzert: Les Trucs
17.11.

Les Trucs sind Charlotte Simon, Toben Piel und verschiedene elektronische Gerätschaften. Halb Fleisch, halb Draht. Halb Experiment, halb Pop.
Ursprünglich als reines Bandprojekt begonnen, entwickeln sie Performances, Theaterstücke und Videos. Ob Klangkonzepte für urbane Orte, Kompositionen für einen sich bewegenden Zettelchor oder ein Science-Fiction-Performance-Zyklus, ihre eigenen Arbeiten finden stets in Auseinandersetzung und Inbezugnahme der sie umgebenden Räume statt und werden in DIY-, genauso wie Kunstkontexten präsentiert.
Sie veröffentlichten Tonträger auf internationalen Labels (u.a. Music Airport/Tokyo, Fettkakao/Wien, Zeitstrafe/Hamburg, Staatsakt/Berlin). Konzerttourneen führen sie quer durch Europa, Israel und Japan.
Gemeinsam mit Benjamin Bascom betreiben sie seit 2015 ein Kassettenlabel für experimentelle, elektronische Tanzmusik namens MMODEMM und veranstalten Parties und Konzertreihen in Frankfurt a.M. (1,2 Piecefest, Der Geheime Salon, Office du Pain).

Nach ihren Eskapaden in Theater und Performance und diversen Soloprojekten beehren Les Trucs die Welt mit neu erlerntem Wissen und Fähigkeiten wieder mit ihren konzertanten Interventionen.
Mit dem Musiktheaterstück „Der Fleischgarten“ (Mousonturm Frankfurt) und einem neuen Album namens „Jardin du Bœuf“ als Initial, schlagen die Frankfurter_innen ab Mai 2018 die Schlacht um die Deutungshohheit über den menschlichen Körper als musikalisches Happening.

Les Trucs sind einfach einzigartig und nach ihrer großartigen Live-Vertonung von „Der letze Mann“ von Murnau in 2016 endlich wieder bei uns zu Gast! Wieder in Koop mit den Artists Unlimited!

http://www.lestrucs.org/

 

 

Kinokonzert: Les Trucs Still
Tampopo
23.11.

Tampopo is one of the greatest love letters to food!“ Regisseurin Ana Lily Amirpour über „Tampopo“. Hier ihre volle Filmrezension.

Zwei Trucker lernen bei einem Stopp in einem schlecht laufenden Imbiss dessen Besitzerin kennen: die junge Witwe Tampopo. Um dem Laden wieder auf die Sprünge zu helfen, fassen die beiden den Entschluss, gemeinsam mit Tampopo nichts geringeres als die perfekte Nudelsuppe zu kreieren. Mit zahlreichen skurrilen Einfällen persifliert Jūzō Itami die japanische Kultur. „Tampopo“ ist Komödie, Gangsterfilm und Western zugleich – vor allem aber eine Liebeserklärung ans Essen, die sicherlich jeder/jedem Zuschauer_in das Wasser im Munde zusammenlaufen lässt. In einer seiner ersten größeren Rollen ist Nippon Honor Award-Preisträger Koji Yakusho zu sehen.
(Textquelle „Nippon Connection“)

Itamis Film hat keinen Stil, keine eigene Form von Realismus, keine durchgängige Vision. Er stellt Bilder ungefähr so zusammen, wie man Teile eines Menüs zusammenstellt; die Kunst dabei ist, zugleich Harmonie und Kontrast, eine langsam sich entwickelnde Rundheit und Spannung bis zum Ende zu schaffen.“ Georg Seeßlen

Tampopo Still
Soul Kitchen
30.11.

Kneipenbesitzer Zinos ist vom Pech verfolgt: erst zieht seine Freundin Nadine für einen neuen Job nach Shanghai, dann erleidet er einen Bandscheibenvorfall. Als er in seiner Not den exzentrischen Spitzenkoch Shayn engagiert, bleiben auf einmal auch noch die ohnehin schon wenigen Stammgäste aus. Und als wäre das nicht schon genug, taucht auch noch sein leicht krimineller Bruder Illias auf und bittet ihn um Hilfe. Während Zinos noch überlegt, wie er den Laden los wird, um Nadine nach China folgen zu können, locken Musik und die ausgefallene Speisekarte immer mehr Szenepublikum an. Das „Soul Kitchen“ rockt und boomt wie nie zuvor. Doch dann überschlagen sich die Ereignisse.

Ganz im Sinne des österreichischen Avantgardefilmers Peter Kubelka stellt »Soul Kitchen« das Kochen als kommunizierende Handlung in direkten Bezug zu anderen Künsten: Einem guten Jazzer oder einem Schauspieler gleich ist Shayn ein Meister der Improvisation; er experimentiert mit hergebrachten Formen, verabscheut Augenwischerei und zielt mit seiner Kunst auf die Magengrube ebenso wie aufs Herz – eine Haltung, die auch Fatih Akins Philosophie des Filmemachens beschreiben könnte: »Soul Kitchen« wirkt trotz mancher Überdrehtheit in keinem Moment aufgesetzt, und der stellenweise slapstickhafte Humor nie bemüht; Akin gibt keine seiner Figuren je der Lächerlichkeit preis und versteht es, selbst den verrücktesten Situationen eine emotionale Bodenhaftung zu geben, die seine Geschichte davor bewahrt, in einer reinen »Komödienwelt« zu spielen.“ Kai Mihm

„Soul Kitchen“ wurde beim Filmfest in Venedig mit dem Spezialpreis der Jury ausgezeichnet.

Soul Kitchen Still