Eselshaut
Eselshaut Still

Mit „Eselshaut“ verfilmte Jacques Demy das Märchen „Allerleirauh“ von Charles Perrault, in dem der blaue König (Jean Marais) seiner im Sterben liegenden Frau das Versprechen gibt, nach ihrem Tod nur jemanden zur Frau zu nehmen, die ebenso schön ist wie sie. Dies kann letztendlich nur seine eigene Tochter (Catherine Deneuve) erfüllen. Die verzweifelte Prinzessin sucht Rat bei der Fliederfee (Delphine Seyrig) und flieht letztendlich in den Wald, wo sie, in die abgezogene Haut eines Tieres gehüllt, unter dem Namen Eselshaut lebt…

Demy: „Als Kind hatte ich ein Kasperltheater, wo ich ,Aschenputtel‘, ,Eselshaut‘ und Andersens Märchen aufführte. Ich habe versucht, ,Eselshaut‘ so zu inszenieren, wie es mir damals vorschwebte.“ Daraus ist ein eigenwilliges, prunkvoll-verspieltes Werk mit Pop Art-Farbdramaturgie geworden, in dem Demy u.a. echte Schauspieler_innen als Statuen im Schloss und Tricks, wie Zeitlupen oder Rückwärtsbewegungen, einsetzt. Außerdem torpediert Demy neben traditionellen, bildlichen Zitaten gleichzeitig althergebrachte Genre-Konventionen, wenn er mittels einer sogenannten Requisitverschiebung historische beziehungsweise postmoderne Brüche erzeugt.
Komponist Michel Legrand, mit dem Demy schon für „Die Regenschirme von Cherbourg“ und „Die Mädchen von Rochefort“ zusammengearbeitet hatte, hat die Filmmusik geschrieben, die zwischen Barock, Jazz und Pop oszilliert.

Jacques Demys Filme bilden fantasievolle Universen voller Farbe, Nostalgie und Leichtigkeit – sie tragen die Handschrift eines verträumten Kino-Idealisten. Verliebt bis ins letzte Detail gelingt es Demy, in seinen Erzählwelten surreale Momente mit magischem Realismus zu verschmelzen und die Emotionalität seiner Figuren malerisch in Szene zu setzen. Sein Werk setzt einen vielbeschriebenen Kontrapunkt zu den Filmen der Nouvelle Vague und baut Brücken vom französischen Kino zur amerikanischen Traumfabrik Hollywoods.“ studiocanal